Indonesien und Malaysia werden neue Schwerpunkte

27. November 2019

Zu den Ländern, in denen sich die Lage der religiösen Minderheiten, darunter auch der Christen, zusehends verschlechtert, zählen Malaysia und Indonesien. Deshalb rücken sie in der Agenda von CSI weit nach vorn. «Die Lage ist sehr ernst, aber noch nicht aussichtslos», so Stiftungsratspräsident Herbert Meier am CSI-Tag.



In Malaysia herrscht Religionsfreiheit. «Aber eben leider nur auf dem Papier», so CSI-Stiftungsratspräsident Herbert Meier. So ist es für einen Konvertiten fast unmöglich, sich auf der Identitätskarte als Christ eintragen zu lassen, da dies von einem Schariagericht bewilligt werden muss. «Das bringt natürlich grosse Schwierigkeiten!», so Meier. Die Regierung sei insgesamt bestrebt, eine Islamisierung im ganzen Land voranzutreiben. Vor allem wirkt sich das in den Schulen aus. Womit sich CSI jedoch vor allem beschäftigen müsse, sei die Tendenz der Regierung, die christlichen indigenen Dörfer zu islamisieren. Da wird Zuckerbrot und Peitsche eingesetzt. «Wenn ihr moslemisch werdet, habt ihr Vorteile», heisst es dann. «Wir subventionieren euch, wir bringen euch neue Gebäude, eine gute Wasserversorgung.» Es ist der saudische Einfluss, der eine striktere Islamisierung durchsetzen möchte.

Der asiatische Tiger Malaysia

Malaysia wird zu den «asiatischen Tigern» gerechnet und ist längst nicht mehr sogenanntes Entwicklungsland. Es hat eine prosperierende Zukunft mit grossem Wirtschaftswachstum vor sich und beherbergt 31 Millionen Einwohner, darunter knapp 10 Prozent Christen. Die Mehrheit ist katholisch, zum Rest zählen verschiedene protestantische Denominationen. Das politische System ist sehr komplex: eine konstitutionelle Monarchie mit neun Sultanaten. Malaysia ist multireligiös und multiethnisch. Die Regierungspartei, die sehr korrupt war, wurde abgewählt. Um an der Macht zu bleiben, hatte sie sich den Islamisten angebiedert. Das hatte Gott sei Dank keinen Erfolg. Die Christen gewannen neue Hoffnung.

Das Blasphemiegesetz hat Folgen

In Indonesien sind es sechs Religionen, die vom Staat anerkannt werden, darunter der Protestantismus und der Katholizismus. Aber auch dort gibt es Einschränkungen der Religionsfreiheit, vor allem durch das Blasphemiegesetz. Besonders in Westjava werden Kirchen angegriffen oder Pastoren und Priester attackiert. Indonesien ist der Staat mit der grössten muslimischen Bevölkerung in der Welt. Er zählt 261 Millionen Einwohner, davon 190 Millionen Muslime und 26 Millionen (10 %) Christen. Indonesien hat eine säkularistische Verfassung. «Auch in Indonesien stellen wir eine islamistische Infiltration fest, die durch Saudi-Arabien unterstützt wird», so der Präsident von CSI.

Trotz Verfolgung starker Glaube

Er sei viel in diese Länder gereist und habe mutige, einsatzfreudige Christen getroffen, die für ihren Glauben einstehen, so der Stiftungsratspräsident. «Es ist also nichts anderes als ganz in Ordnung, wenn wir diese Christen unterstützen.» Der Glaube sei dort stark, wo er auch verfolgt werde.

Mit der neuen strategischen Ausrichtung treibe ihn, Herbert Meier, die Überzeugung, dass die Situation der dort Leidenden in der Weltöffentlichkeit oft vergessen werde. Da gelte es, aufzuklären, zu informieren, Menschenrechtsarbeit und – wenn nötig – auch humanitäre Hilfe zu leisten.

Dorothea Gebauer

 


Beispiele von religiöser Gewalt

Malaysia: Pastor Raymond Koh wird am 13. Februar 2017 unweit der Hauptstadt Kuala Lumpur aus seinem Auto gezerrt und entführt. Nur eineinhalb Minuten dauert die Aktion. Das macht deutlich, dass die kriminelle Tat, die von einem katholischen Christen beobachtet wurde, als koordinierte und von langer Hand vorbereitete Aktion vonstatten ging.

Das ist nur eine von vielen Geschichten. Entführungen, Behinderungen von christlicher Missionstätigkeit, Angriffe von Kirchen bis hin zu kleinen Terroranschlägen werden zunehmend aus Malaysia berichtet. Von Pastor Koh gibt es bis jetzt kein Lebenszeichen.

 

Indonesien: Drei Kirchen werden am 13. Mai 2018 in Surabaya in Westjava bombardiert. Ergebnis: 15 Tote, 57 Verletzte. Die drei Selbstmordattentäter stammen aus einer Familie, die ihre Kinder nach Syrien und in den Irak sandte, damit der IS sie zu Terroristen ausbilden konnte.

Ein anderes Beispiel: 100 Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren versammeln sich friedlich im September 2018 auf der Insel Sulawesi zu einem Bibelcamp. Am 28. September bebt die Erde. Ein Tsunami folgt, riesige Überschwemmungen fluten die Insel. Die Jugendlichen suchen Schutz auf einer Anhöhe und finden ihn in einer Moschee. Da sieht ein Zeuge, wie schwarz gekleidete Frauen Mädchen in ein Auto zerren. Seit diesem Tag werden 9 Mädchen zwischen 16 und 19 Jahren vermisst. Von ihnen gibt es keinerlei Nachrichten seither.

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