• Südsudan

14’000 Kilogramm Sorghum für 2800 Familien

13. Oktober 2015

40 Tage war Franco Majok im Südsudan für den Kampf gegen die Hungersnot unterwegs. In dieser Zeit verteilte er Säcke mit 50 Kilogramm Sorghum (Hirse) an 2800 Familien. Die Dankbarkeit der hungergeplagten Menschen dort berührt den CSI-Projektkoordinator immer wieder von neuem.



Die Hungersnot hat dieses Jahr weite Teile des Südsudans erfasst. Mit betroffenem Blick erinnert sich Franco Majok an diesen Frühling, als die Menschen Blätter von den fast kahlen Bäumen pflückten, um zu überleben. Auch in den Sommermonaten blieb die Nahrungsmittelversorgung zu knapp. «Wir waren jedoch rechtzeitig vor Ort und konnten im richtigen Moment eingreifen», schaut der gebürtige Südsudanese erleichtert auf die 40 Tage zurück, in denen er mindestens zwölf Stunden pro Tag für die hungernden Menschen im Einsatz stand.

Dank seiner guten Kontakte und seiner persönlichen Erfahrung konnte Franco Majok viele der ärmsten Menschen in den südsudanesischen Bundesstaaten Nördlicher Bahr-el-Ghazal und Warrap erreichen. Nachdem er das überlebenswichtige Sorghum aus Uganda, Sudan sowie aus Südsudans Hauptstadt Juba und der Marktstadt Wanjok besorgt hatte, konnte die gro angelegte Nahrungsmittelverteilung in die Wege geleitet werden.

Hungerperiode überbrücken

2800 bedürftige Familien erhielten von CSI je einen Sack mit 50 Kilogramm Sorghum. Franco Majok, der die Verteilung koordinierte und bei jeder einzelnen Übergabe anwesend war, ist ergriffen von der Dankbarkeit der Menschen. «Die Leute strahlten vor Freude, als ihnen der schwere Sack auf die Schultern gelegt wurde.» Die Verteilung sei ein regelrechtes Freudenfest gewesen, über welches auch lokale Journalisten berichteten.
Majok ist zuversichtlich, dass mit der Sorghum-Verteilung die Hungerperiode im CSI-Projektgebiet des Südsudans dieses Jahr erfolgreich überbrückt werden kann. «Die kritischsten Monate sind jeweils Juni, Juli und August, weil dann die Stras­sen nur schlecht befahrbar sind. Dies erschwert bei karger Ernte den Einkauf von Sorghum aus anderen Gebieten», bemerkt er.

Wie geht es weiter?

Offen bleibt in den nächsten Monaten, wie viele Menschen aus trockenen Gegenden des Südsudans versuchen werden, Sorghum in regenreicheren Regionen zu besorgen. Dies könnte den Preis für Sorghum in die Höhe treiben und zu einer Nahrungsmittelknappheit in weiten Gebieten des Landes führen. Ob demzufolge noch weitere Hilfsaktionen anstehen, bleibt abzuwarten. Glücklicherweise blieb das Projektgebiet von CSI bislang von den Wirren des Bürgerkriegs verschont, sodass der Zugang zu den ärmsten Regionen offen bleibt.

Im Südsudan wird Sorghum in Form von Brei oder Fladen zubereitet, gekocht oder auch direkt gegessen. Sorghum wird zudem als Saatgut verwendet.

Reto Baliarda

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