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Herr Sonderberichterstatter, bitte reisen Sie nach Nigeria

25. September 2020

Die nigerianischen Christen sind in manchen Gebieten existenziell bedroht. Leider wissen viele Menschen nichts davon. UNO-Sonderberichterstatter Ahmed Shaheed soll mithelfen, das zu ändern.




Der UNO-Sonderberichter­statter soll mithelfen, auf den drohenden Genozid in Nigeria aufmerksam zu machen.

Mr. Ahmed Shaheed
Special Rapporteur on
freedom of religion or belief
c/o OHCHR
United Nations at Geneva
8-14 avenue de la Paix
1211 Genève 10

Dear Mr Shaheed,

Earlier this year, Christian Solidarity International issued a Genocide Warning in response to the rising tide of Islamist violence directed against Nigerian Christians and others in the country’s north and Middle Belt regions. It followed an urgent request for help from the Christian Association of Nigeria whose president, Samson Ayokunle, warned that «Christians have become an endangered species in their own country». You will find similarly urgent appeals by other Nigerian voices in the Commentaries section of the website www.nigeria-report.org.

The ever deteriorating situation requires your immediate attention. I kindly ask you to give Nigeria the highest priority as you fulfil your mandate.

Yours sincerely,

Anfang dieses Jahres warnte Christian Solidarity International vor einem Genozid. Grund war die starke Zunahme islamistischer Gewalt gegen nigerianische Christen und andere Personen in Nord- und Zentralnigeria. Die Warnung folgte auf einen dringenden Hilferuf von Samson Ayokunle, dem Präsidenten der «Christian Association of Nigeria»: «Die Christen sind in ihrem eigenen Land in ihrer Existenz bedroht.» Sie finden ähnlich dringliche Appelle von Nigerianerinnen und Nigerianern auf www.nigeria-report.org (Commentaries).

Die sich ständig verschlechternde Situation erfordert Ihre sofortige Aufmerksamkeit. Ich bitte Sie freundlich, Nigeria bei der Erfüllung Ihres Mandats höchste Priorität einzuräumen.


* obligatorische Angaben

Nur in wenigen Ländern sind Christen heute so systematisch tödlicher Gewalt ausgeliefert wie in Nigeria. Die Hauptgefahr geht in den letzten Jahren nicht nur von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram und ihren Abspaltungen aus, sondern auch von islamistisch motivierten Fulani-Milizen. Der Schwerpunkt religiöser Gewalt hat sich damit vom Nordosten ins Zentrum des Landes verschoben. Heute sind Fulani-Milizen sogar im Süden aktiv.

Konflikt ist religiös geprägt

Die Attacken von Fulani-Milizen auf christliche Dörfer werden häufig als Ressourcenkonflikte um Weideplätze zwischen nomadischen Viehhütern und sesshaften Bauern dargestellt. Diese Darstellung ist zwar nicht völlig falsch, jedoch grob vereinfachend: Sie lässt die religiös-ideologische Basis des Konflikts aus­ser Acht. Dabei sind die Opfer der Fulani-Milizen fast ausschliesslich Christen.

Der Konflikt ist auch alles andere als symmetrisch: Den mit Schusswaffen ausgerüsteten Fulani-Milizen stehen einfache Bauern gegenüber, die mit ihren Stöcken und Messern den Angreifern hilflos ausgeliefert sind.

Die Gewalt lässt sich nicht eindämmen, solange die zentrale religiöse Dimension des Konflikts ausgeklammert wird. Der «UNO-Sonderberichterstatter über Religions- oder Weltanschauungsfreiheit» kann hier einiges ausrichten.

UNO-Religions-Experte soll aktiv werden

Das Amt des «Sonderberichterstatters über Religions- oder Weltanschauungsfreiheit» hat seit dem 1. November 2016 Ahmed Shaheed inne, der ehemalige Aussenminister der Malediven. Er hat sich bisher nur ganz am Rande mit Nigeria befasst. Nigeria wurde im Rahmen des Mandats 2005 letztmals besucht. In den letzten Jahren hat die islamistische Gewalt stark zugenommen. Es ist höchste Zeit, dass Nigeria von Ahmed Shaheed gebührende Aufmerksamkeit bekommt.

Adrian Hartmann

 

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