Nachhaltiger Weg aus der Misere für Slumkinder

26. Dezember 2017

Bandenkriege, Drogen, Gewalt und Verwahrlosung gehören zum Alltag vieler Jugendlicher in den peruanischen Slums. CSI-Partner Intsol engagiert sich seit Jahren vor Ort gegen diese Misere, mit nachhaltigem Erfolg. Mitarbeitende von CSI besuchten kürzlich das wertvolle Projekt.



An vielen Schulen in den Slumgebieten herrscht unter den Direktoren und Lehrern eine Lethargie. Der Grund: Sie werden von den Ministerien nur ungenügend betreut. Entsprechend fühlen sie sich in ihrer Verantwortung oft überfordert und sehen keine Erfolge bei den Kindern. Die Resignation, die sich bei den Lehrkräften breit macht, geht auch an den Schülern nicht spurlos vorbei. Die Motivation schwindet und es fehlt ihnen an Unterstützung und Zukunftsperspektiven. So aber laufen die Jugendlichen Gefahr, in die Bandenkriminalität und Drogen abzugleiten.

Dank Workshops weg von der Strasse

Unsere CSI-Partner vor Ort haben dieses vielschichtige Problem erkannt: «Es müssen neue Formen von Lektionen in den Lehrplan eingebaut werden. Schuldirektoren und Lehrer müssen neue Ideen erhalten, wie sie mit frischer Motivation ihren Unterricht gestalten können. Und ihr Herz für die Kinder muss neu entfacht werden. Es braucht Wertschätzung und klare Strukturen, fürs Lehrpersonal und für die Jugendlichen», so eine Mitarbeiterin von Intsol.

Mit dem Ziel, den Jugendlichen nachhaltig zu helfen, damit sie ihre Freizeit nicht mehr gelangweilt und ohne Perspektive auf den Strassen verbringen, entwickelte Intsol ein Konzept mit diversen Workshops. Diese Workshops beinhalten verschiedene Aktivitäten wie Tanz, Kunst, Musik, aber auch ein Projekt, bei dem selbst geschriebene Geschichten über einen eigenen Radiosender ausgestrahlt werden. In jedem dieser Workshops werden Alltagsprobleme von Jugendlichen thematisiert.

Geleitet werden die Workshops einerseits durch den jeweiligen Fachlehrer, wie zum Beispiel Breakdance-Lehrer. Anderseits thematisieren Intsol-Mitarbeiter diverse Alltagsthemen, die die Jugendlichen besonders beschäftigen, wie zum Beispiel Gewalt, Bandenkriege, Drogen, Mobbing, Schwangerschaften oder auch Angst vor der Zukunft.

Aller Anfang ist schwer

Es brauchte anfänglich viel Überzeugungsarbeit, bis die Schulen überhaupt bereit waren, die Workshops als Teil ihres Programms miteinzubeziehen. Zu Beginn waren es nur zwei Schulen, die einwilligten. Mittlerweile arbeitet Intsol mit sieben Schulen. Und es hat sich in dem grossen Slumgebiet herumgesprochen, wie wertvoll diese Arbeit ist.

Viele Schulen stehen nun auf der Warteliste von Intsol. Sie haben realisiert, dass in den Workshops auf kreative Art lebenswichtige Themen besprochen werden, die für Jugendliche langfristig von enormem Wert sind. «Die Jugendlichen sind begeistert und mit vollem Engagement dabei. Sie lieben es, in ihren Gruppen aktiv zu sein, sie fühlen sich verstanden und einer Gruppe zugehörig», erzählt ein Schuldirektor. «Ich kann es kaum glauben, was für eine positive Auswirkung die Arbeit von Intsol auf unsere gesamte Schule hat. Es ist regelrecht eine neue Schule daraus entstanden».

Ein anderer Direktor der Schule Aichi Nagoya ist ebenso voll des Lobes: «Intsol ist ein Geschenk des Himmels. Die Betreuung der Kinder war früher ungenügend. Seit die Lehrer und Betreuer unserer Schule mit Intsol zusammenarbeiten, hat die Betreuung einen neuen Wert erhalten. Die Stimmung unter Lehrern und Schülern ist viel besser».

Unterstützung des Kulturministeriums

Mittlerweile ist auch das Kulturministerium von Peru auf diese Aktivitäten aufmerksam geworden. Es ist hell begeistert von der Vielfalt und dem positiven Einfluss, den diese Workshops mit sich bringen. Die Verantwortlichen des Ministeriums haben nun ihre Unterstützung angeboten. Sie stellen Lokalitäten für die Durchführung von Events zur Verfügung. Überdies organisieren sie Veranstaltungen, damit Workshop-Gruppen auftreten können. So bieten sie diesen Gruppen eine Plattform an, damit sie bekannt werden können.

Diese wertvolle Unterstützung ist der ausgezeichneten Arbeit von Intsol und dem guten Kontakt zum Ministerium zu verdanken. «Wir sind sehr dankbar, dass sich das Ministerium derart für die Workshops interessierten. So können wir uns langsam aus der Verantwortung zurückziehen und uns anderen Bereichen der Sozialarbeit zuwenden», erzählt Marilú, Leiterin von Intsol.

Die hervorragende Arbeit, die Intsol vor Ort leistet, fördert die Hilfe zur Selbsthilfe. Der gute Projektverlauf ermöglicht es, dass sich CSI sukzessiv zurückziehen und die Zusammenarbeit bis 2020 abschliessen kann.

Inés Wertgen, Projektleiterin Peru

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