Adut geniesst ihre Freiheit

30. März 2019

Vor drei Jahren wurde Adut Anei Anei aus der Gewalt ihres sudanesischen Sklavenhalters befreit. Die Schreckenszeit der Sklaverei belastet sie heute nicht mehr: Sie ist überglücklich, dass sie seit der Rückkehr wieder den Gottesdienst in ihrer Kirche besuchen kann.



CSI: Adut Anei Anei, seit wann sind Sie wieder im Südsudan?

Adut: Ich kehrte vor drei Jahren hierher.

 

Wie geht es Ihnen heute?

Ich bin immer noch sehr glücklich, wieder in meiner Heimat leben zu können, obwohl ich nicht viel zum Leben habe.

 

Denken Sie noch zurück an die Zeit Ihrer Versklavung im Sudan?

Nein, ich habe eigentlich seit der Rückkehr in den Südsudan nicht mehr an diese Zeit gedacht. Ich bin einfach froh und dankbar, dass ich ein Leben in Freiheit führen kann. Hier werde ich weder beschimpft noch geschlagen. In all den Jahren als Sklavin waren Beschimpfungen und Schläge dagegen an der Tagesordnung.

 

Aber Sie haben ja so viel Schlimmes erlebt. Haben Sie keine Alpträume?

Nein, ich schaue nach vorne.

 

Haben Sie Kinder aus ihrer Zeit als Sklavin?

Ja, ich bin Mutter von zwei Kindern. Sie müssen heute sechs- und siebenjährig sein. Ich hoffe immer noch, dass die Sklavenbefreier mir eines Tages meine Kinder zurückbringen werden. Bei meiner Befreiung vor drei Jahren mussten meine Kinder zurückbleiben. Mein ehemaliger Sklavenhalter liess sie nicht mitgehen.

 

Wie verdienen Sie heute Ihren Lebensunterhalt?

Ich lege jeden Tag eine lange Wegstrecke zurück, um Wasser zu holen, das ich anschliessend auf dem Markt verkaufe.

 

Stammen Sie aus einem christlichen Elternhaus?

Ja, ich bin Christin. Und ich bin sehr dankbar, dass ich wieder den Gottesdienst in unserer Kirche besuchen kann, seit ich zurück bin.

Reto Baliarda

Ihr Kommentar zum Artikel

Kommentar erfolgreich abgesendet.

Der Kommentar wurde erfolgreich abgesendet, sobald er von einem Administrator verifiziert wurde, wird er hier angezeigt.

Projekt Südsudan