Armut mit schwersten Folgen

15. Juli 2016

Wer in den Slums von Nicaragua geboren wird, ist täglich den Gefahren auf der Strasse ausgesetzt. Den meisten fehlt es an Schulbildung, Mädchen werden oft früh schwanger und die Gefahr, Alkohol oder Drogen zu konsumieren, ist gross.



Als 15- Jährige klingelte Tamara das erste Mal an der Türe der Karmeliterschwestern. Sie bat um Milch für ihr neugeborenes Mädchen. Seit diesem Moment hat Karmeliterschwester Guadalupe Tamara durch alle Tiefen begleitet. Inzwischen ist sie 34-jährig, hat fünf Kinder und wird bald Grossmutter. Die Armut und das Verlassensein haben tiefe Spuren in Tamaras Leben hinterlassen.

Alkohol, Drogen und Gefängnis 

Als 16-Jährige versuchte sie, mit Alkohol ihre Not zu lindern, bald darauf folgten Drogen. Sie hat diese nie verkauft, lediglich konsumiert. Doch einmal hatte ihr jemand  absichtlich grössere Mengen untergejubelt. Sie wurde kontrolliert, verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Nach einem Jahr kam sie wegen guten Benehmens wieder frei. In dieser Zeit lebten ihre Kinder bei Tamaras Schwester; diese passte  jedoch mehr schlecht als recht auf sie auf, und sie waren oft auf sich allein gestellt. Während des Jahres in Haft hat die Schwester Tamara nur ein einziges Mal besucht.

Einzige Zuwendung kommt von Karmeliterschwester

Regelmässige Besuche erhielt sie nur von Schwester Guadalupe, die richtig darum kämpfen musste, diese Erlaubnis zu bekommen. Normalerweise dürfen nur Angehörige Gefängnisbesuche machen. Sie brachte ihr die nötigen Hygieneartikel, die es in den Gefängnissen nicht gibt. Wieder auf freiem Fuss, muss sich Tamara alle zwei Monate bei der Polizei melden und darf das Quartier nicht verlassen. Da Tamara nie lesen und schreiben gelernt hat, ist es für sie schwierig, einen Job zu finden. Um etwas Geld zu verdienen, verkauft sie Lottoscheine. Sie hofft, eventuell bei einer Familie mit Waschen und Haushaltarbeiten etwas dazuzuverdienen. Im Gefängnis erlernte sie die Grundlagen des Nähens und etwas Kosmetik. Tamara ist obdachlos und schläft mit ihren Kindern auf dem nackten Lehmboden in der Nähe der Hütte ihrer Schwester.

Bemühung mit aller Kraft für eine bessere Zukunft

Seit längerem ist Tamara sauber von Drogen und kämpft mit aller Kraft um eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder. In enger Zusammenarbeit mit den Karmeliterschwestern will CSI ihr helfen, einen Weg aus der Armutsspirale zu finden. Dringend nötig ist zuerst ein Dach über dem Kopf, um die Familie vor Kriminalität, Übergriffen und Unwetter zu schützen. Wir sind dankbar für jede Spende, um ihr ein kleines Häuschen zu ermöglichen. 

Yolanda Nhili

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Projekt Nicaragua