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Bombenopfer Fehmida kann wieder aufstehen

12. Juni 2015

In letzter Zeit verübten Taliban in Pakistan wiederholt Großanschläge, zuletzt im März 2015. CSI hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren um Überlebende des Attentats vom September 2013 in Peschawar gekümmert. Eine von ihnen ist Fehmida. CSI-Projektleiter Gunnar Wiebalck hat sie besucht.



Die 51-jährige Fehmida hat sich von ihren Verletzungen so weit erholt, dass sie wieder aufstehen und bereits einige Schritte laufen kann. Selbstverständlich ist das nicht. Sie war nach dem Anschlag vom 22. September 2013 monatelang ans Bett gefesselt.

Am Tag des Attentats hatte Fehmida den Gottesdienst der anglikanischen Allerheiligenkirche in Peschawar besucht. Gerade war er zu Ende und im Kirchhof gab es eine Essenausgabe. Etwa 600 Gottesdienstbesucher befanden sich auf dem Platz, als zwei Selbstmordattentäter ihre Sprengsätze zündeten. Nur wenige Sekunden dauerte es, um 126 Leben auszulöschen und unsägliches Leiden in das Leben von hunderten anderen Menschen zu bringen. Unter den Getöteten waren Fehmidas Mann und ihre beiden erwachsenen Kinder. Ihr selber wurde ein Bein abgerissen, das andere schwer verletzt. Mit der Hilfe von CSI konnte das Bein operiert werden. Parveen, eine der Krankenschwestern, die CSI damit beauftragt hat, die Opfer zu Hause zu versorgen, pflegte sie während all der Monate liebevoll.

Fehmida war Englischlehrerin an einer christlichen Schule. Sie war sehr beliebt, an der Wand hängen Grusskarten mit Genesungswünschen von Schülern und Kollegen. Auf einer Karte steht: «Schmerz stärkt den Mut. Man kann nicht mutig sein, wenn einem nur wunderbare Dinge widerfahren. Möge Jesus Christus alle Ihre Wunden heilen und Ihnen ein mutiges Herz und neue Hoffnung schenken.»

Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Noch ist Fehmidas verbliebene Muskulatur sehr geschwächt und der Umgang mit der Prothese am anderen Bein ist ungewohnt. Doch Fehmida hat Hoffnung, wieder laufen zu können.

Projektleiter Gunnar Wiebalck


 CSI-Projekt in Pakistan

Religiöse Minderheiten sind in dem zu 98 % muslimischen Land Pakistan in allen gesellschaftlichen Bereichen erheblicher Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. CSI steht ihnen bei: Wir helfen Opfern und Hinterbliebenen von Terroranschlägen sowie armen Slumbewohnern. 2014 finanzierte CSI den Bau einer Schule in einem Slumgebiet und ermöglichte so Kindern aus armen Familien den Schulbesuch.

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