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Christen bei Hilfsverteilung weggejagt – CSI springt ein

28. Juni 2020

Die Ausgangssperre ist für verarmte Menschen in Indien fatal. Wenn sie dazu religiösen Minderheiten angehören, ist ihre Notlage besonders bitter. Häufig werden sie bei Nahrungsmittelverteilungen ausgeschlossen. CSI-Partner setzen sich für die Notlinderung dieser hungernden Menschen ein.



Aufgrund der Corona-Pandemie herrschte in Indien mehr als zwei Monate lang der Ausnahmezustand. Der am 24. März 2020 beschlossene Lockdown wurde erst Anfang Juni gelockert.

Für Millionen von einfachen Arbeitern im informellen Sektor, die täglich von der Hand in den Mund leben, sind die Folgen dieser wochenlangen Ausgangssperre verheerend. Strassenverkäufer, Rikscha-Fahrer, Reinigungskräfte oder Müllsammler konnten bis anhin ihre Familien dank minimalen täglichen Einnahmen knapp über Wasser halten. Doch diese bescheidensten Einkünfte sind von heute auf morgen weggebrochen.

Statt Hilfe gab es Hiebe von der Polizei

Besonders prekär ist die Situation auch für religiöse Minderheiten. Zwar hat die indische Regierung mit finanzieller Unterstützung von wohlhabenden Landsleuten einen Rettungsfonds eingerichtet, um eine Nahrungsmittelverteilung für verarmte Menschen während drei Monaten zu ermöglichen. Doch erhalten Nicht-Hindus wie Christen und Muslime keine Hilfe aus diesem Fonds, sagt unsere Projektpartnerin Parul Singh*.

Parul weiss von mehreren Vorfällen, bei denen Christen die von der Regierung bereitgestellten Lebensmittel abholen wollten und weggewiesen wurden. Pastor Benjamin und seiner Familie aus dem Bundesstaat Jharkhand erging es so: «Als wir die bereitgestellten Lebensmittelrationen abholen wollten, schlugen Polizisten uns heftig und fuhren uns an, dass Christen in den staatlichen Hilfsaktionen nicht miteinberechnet seien. Es ist wirklich bitter zu erfahren, dass wir sogar in solch einer unglaublich schwierigen Situation Diskriminierung erleben», so Pastor Benjamin.

Wie die meisten Pastoren von kleinen evangelischen Freikirchen lebte auch Pastor Benjamin mit seiner Familie von den bescheidenen Opfergaben seiner Mitglieder. Doch diese haben nun selber kaum zu essen und können die Pastorenfamilie nicht mehr unterstützen. «Seit der Corona-Pandemie und dem erfolgten Lockdown haben wir kaum noch Geld fürs tägliche Essen», erzählt Pastor Benjamin niedergeschlagen.

Unermüdlicher Einsatz der CSI-Partner

«Es schmerzt ungemein: Wir müssen miterleben, wie Menschen am Hungern und Verzweifeln sind, und können nicht allen Notleidenden helfen», so unsere Partner vor Ort. In verschiedenen Teilen Indiens sind Helferteams im Auftrag von CSI unermüdlich im Einsatz, um für die Bevölkerung ihr Möglichstes zu tun. Dank Spezialgenehmigungen konnten sie Lebensmittel einkaufen und an 100 notleidende Familien verteilen, darunter auch jene von Pastor Benjamin. Neben den Pastoren gilt ihr besonderes Augenmerk auch Randständigen wie Prostituierten und Menschen, die auf der Strasse leben.

Die Hilfsempfänger sind äus­serst dankbar. Immer wieder hören die CSI-Partner: «Dass ihr gerade uns, die wir in den Augen der Gesellschaft nichts wert sind, Hilfe und Respekt entgegenbringt, berührt uns zutiefst.»

Indien-Projektleiterin | Reto Baliarda

 


CSI-Hilfe für Opfer von Covid-19

Die Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 haben Millionen von Menschen in existenzielle Not gebracht. Ihnen zu helfen hat für CSI hohe Priorität. Indien ist ein Beispiel; in fast allen CSI-Projektländern wurde Nothilfe geleistet.

Ausführliche Berichte zu den einzelnen Aktionen finden Sie hier.

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