Christen droht Scharia

14. März 2012

Der Vorsitzende der Übergangsregierung will im mehrheitlich muslimischen Libyen das islamische Rechtssystem einführen. Für Nichtmuslime hätte das schwere Drangsalierung zur Folge.



Er wolle die Scharia (islamisches Rechtssystem) einführen, verkündete Libyens provisorischer Regierungschef, Mustafa Abdul Dschalil, Ende 2011 in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Zehntausende jubelten ihm zu.

Scharia ist keine Zukunft!

Die Präsidentschaftswahlen sind für Juni 2012 vorgesehen. Bereits im Vorfeld wird an der neuen libyschen Verfassung gearbeitet. Ihre Grundlage wird nach dem Willen des Regierungschefs die Scharia. Unmittelbar vorgesehen ist  deren Anwendung bereits im Bankwesen: Islamische Geldinstitute sollen auf ihre Kredite keine Zinsen erheben. Das mutet noch relativ harmlos an.

Von vielen Scharia-Bestimmungen werden Christen und andere Nichtmuslime jedoch ernsthaft benachteiligt. Das zeigen die Vorgänge in Ägypten und in Nordnigeria, wo sich das ganze Rechtssystem auf die Scharia stützt.

Ein Grundsatz ist beispielsweise das Verbot des Glaubenswechsels vom Islam zu einer anderen Religion. In Ägypten werden Konvertiten wie Mohammed Hegazy und Maher El-Gohary mit dem Tod bedroht und müssen sich verstecken. In Nigeria ist seit dem Jahr 2000 in zwölf nördlichen Bundesstaaten die Scharia eingeführt worden. Dies begünstigte ein Klima des Hasses gegen Christen, das zu einer nicht enden wollenden Reihe christenfeindlicher Anschläge geführt hat.

Unbedingt rasch protestieren

Wir bitten Sie, unverzüglich zu protestieren und mit den Protestbögen im Internet weitere Unterschriften zu sammeln. Jetzt können wir noch etwas tun!

Was bei den kürzlich stattgefundenen Wahlen in Ägypten, Tunesien und Marokko herausgekommen ist, dürfte sich nämlich in Libyen leider wiederholen: Die Macht fällt an explizit islamische und islamistische Parteien. Nach einem derartigen Wahlsieg werden Proteste aus dem Ausland gegen weitere Scharia-Schritte wohl erheblich an Wirksamkeit verlieren. Wir müssen deshalb unbedingt vor den Wahlen im Juni aktiv werden.

Autor: Max-Peter Stüssi

Quellen: Christian Solidarity International, Reuters, Die Süddeutsche Zeitung 

 

 

Islamisten am Werk: Der Friedhof mit (christlichen) Opfern des Zweiten Weltkriegs in Benghasi – der seit über 60 Jahren bestanden hat! – wurde am 1. März 2012 vollständig zerstört.

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