Christen schon wieder Opfer eines Bombenanschlags

20. Dezember 2017

Einmal mehr traurige Nachrichten aus Pakistan: Am Sonntag, 17. Dezember 2017, griffen islamistische Extremisten eine Kirche in Quetta an, nahe der Grenze zu Afghanistan. Mehrere Gottesdienstbesucher wurden getötet, zahlreiche verletzt.



22. September 2013, 15. März 2015, 27. März 2016, 17. Dezember 2017.

Alles Sonntage. Viele Christen in Pakistan können sie nicht mehr vergessen: Bombenanschläge auf eine Kirche in Peschawar, auf zwei Kirchen in Lahore, am Ostersonntag auf einen Park – und letzten Sonntag nun in Quetta, der Hauptstadt der Provinz Belutschistan an der Grenze zu Afghanistan.

Abruptes Ende für Sonntagsschul-Weihnachtsfeier

Die Sonntagsschule der Methodistenkirche «Gedenkstätte Bethel» hatte für den 17. Dezember 2017 zum Weihnachtsfest eingeladen. Etwa 400 Personen folgten der Einladung, sagte Simon Bashir Masih, der Pastor der Kirche, gegenüber Morning Star News.

Obwohl die Methodistenkirche in einer Hochsicherheitszone liegt und das Polizeiaufgebot nach einem früheren Angriff verstärkt wurde, gelang es vier Attentätern, auf das Kirchengelände vorzudringen. Ein Attentäter wurde bei einem Schusswechsel von der Polizei erschossen, zweien gelang die Flucht. Der vierte sprengte sich beim Kircheneingang in die Luft und riss mehrere Gottesdienstbesucher, die beim Geräusch der Schüsse in Panik zum Ausgang stürmten, in den Tod.

Neun Tote, Dutzende Verletzte

Beim Attentat wurden mindestens neun Gottesdienstbesucher getötet und Dutzende weitere verletzt. «Es wären noch viel mehr Menschen getötet worden, wenn es einem der Selbstmordattentäter gelungen wäre, sich in der Kirche in die Luft zu jagen», sagte Pastor Simon. Das sofortige Eingreifen der Sicherheitsbehörden habe noch grösseres Leid verhindert.

CSI leistet Soforthilfe

«Ich kann Quetta auf keinen Fall verlassen», sagte Pastor Simon, als CSI ihn nach dem Attentat kontaktierte. Er lebt seit zehn Jahren in Quetta, hat eine siebenjährige Tochter und einen fünfjährigen Jungen, seine Frau ist mit dem dritten Kind hochschwanger. Die Familie lebt auf dem Kirchengelände. Doch sein persönliches Schicksal stehe für ihn jetzt nicht im Vordergrund.

«Am wichtigsten ist jetzt medizinische Behandlung», sagte Pastor Simon. Die Behandlung in Quetta sei für die Schwerverletzten nicht ausreichend. Zehn bis fünfzehn Christen brauchen medizinische Hilfe in anderen pakistanischen Städten. CSI hat als Soforthilfe noch vor Weihnachten 5000 Franken bereitgestellt, die Pastor Simon für Verletzte und Hinterbliebene einsetzt.

 

Quelle: Christian Solidarity International / Morning Star News

 

Die verheerendsten Attentate gegen Christen in den letzten fünf Jahren

27. März 2016, Lahore | Am Ostersonntag wird ein Anschlag auf den Gulshan-e-Iqbal-Park verübt, wo sich viele Christen aufhalten. Es gibt über 70 Tote und 300 Verletzte.

15. März 2015, Lahore | Im christlichen Stadtteil Youhanabad werden zwei Kirchen angegriffen (St John’s Catholic Church und Christ Church). 13 Christen, zwei Polizisten und vier Attentäter werden getötet, über 70 Personen werden verletzt.

22. September 2013, Peschawar | Die Allerheiligen-Kirche wird von zwei Selbstmordattentätern angegriffen. 127 Personen werden getötet, 250 verletzt.

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