CSI-Partnerinnen verbreiten Hoffnung in schweren Zeiten

12. Juli 2018

Das brutale Vorgehen der Regierungstruppen gegen die Zivilbevölkerung hat das ohnehin schon arme Nicaragua in eine schwere Krise gestürzt. Besonders in dieser schlimmen Zeit sind die CSI-Partnerinnen, die mutigen Karmeliter-Schwestern, ein grosser Segen.



Seit April dieses Jahres erlebt Nicaragua eine Gewaltwelle der sandinistischen Regierung von Daniel Ortega gegen die Bevölkerung. Hunderte Tote, Tausende von Verletzten und willkürlich Verhafteten sind Teil der traurigen Bilanz. Folter und Verstümmelung gehören zur Einschüchterungstaktik.

Angefangen hat die Gewalt, als bei einer friedlichen Demonstration gegen eine erneute Rentenkürzung die Polizei wahllos auf die Menschen schoss. Seitdem gehen Polizei und Militär gegen jeden «Verdächtigen» willkürlich vor. «Alle haben Angst, kaum einer getraut sich noch auf die Strassen. Essen gibt es kaum noch», berichten die Karmeliter-Schwestern.

Die Regierungsvertreter wenden perfide Massnahmen gegen die Bevölkerung an. So wurde beispielsweise vergiftetes Wasser verteilt. Bananen enthielten Bostitchklammern. Viele erkrankten oder erlitten gefährliche innere Verletzungen.

Zusätzliche Hilfe von CSI

Zur gleichen Zeit schloss die Regierung die öffentlichen Spitäler und verbot den Ärzten, zu helfen. Deshalb wurden in Kirchen provisorische Kliniken eingerichtet. In dieser Zeit der Not vertrauen die Menschen besonders den Geistlichen. «Wir sind zeitweise die Einzigen, die noch auf die Strassen gehen, um Essen und Medikamente zu besorgen und es den Armen und Verletzten zu verteilen.»

Doch gerade weil sie der leidenden Bevölkerung helfen, sind auch die Geistlichen dem hohen Risiko eines Übergriffs ausgesetzt. «Wir haben schon viele Drohungen erhalten und sind ständig auf der Hut», erklärt eine Schwester.

CSI leistet finanzielle Hilfe, damit die Schwestern vor Ort mit Lebensmitteln und Medikamenten den Verwundeten und Hungernden schnellstmöglich helfen können.

Unter den Slumbewohnern

Die Karmeliter-Schwestern setzen sich seit jeher mutig und selbstlos für die leidende Bevölkerung in Nicaragua ein. CSI unterstützt ihre Arbeit bereits seit 1996. Die Schwestern leben inmitten der Slums, ganz nah bei den Bedürftigsten. Sie teilen das Leid mit den Slumbewohnern, bringen aber auch konkrete Hilfe und Ermutigung.

So bieten sie unter anderem fünf Mal in der Woche eine warme Mahlzeit für Kinder und Betagte an und verteilen regelmässig Lebensmittelpakete. Sie geben kostenlos Medikamente ab und ermöglichen eine Gratisbehandlung durch Ärzte und Zahnärzte. Überdies setzen sie sich für die Bildung vernachlässigter Kinder ein, indem sie zwei Mädchenheime und Vorschulen leiten und auch das Schulmaterial zur Verfügung stellen.

Die Liebe weitergeben

Esterlin ist heute Lehrerin in Tipitapa, einem Bezirk der Hauptstadt Managua. Sie war einst selbst in Not und hat dabei sehr viel Hilfe von den Karmeliterschwestern erhalten. Nun arbeitet sie eng mit den Schwestern zusammen, um Notleidenden Hilfe, Liebe und Würde zu schenken. Esterlin bietet gratis Nachhilfestunden, geht mit Betagten ins Spital und feiert auch Geburtstage mit Kindern. «Die Hilfe und Liebe, die ich empfangen habe, möchte ich von Herzen an andere weitergeben. Denn viele Menschen, vor allem Kinder, ältere und kranke Leute sowie alleinerziehende Mütter werden vom Staat vernachlässigt», bemerkt sie.

Auch die 21-jährige Mixa stammt aus armen instabilen  Verhältnissen. Dank verschiedenen Kontakten kam sie 2012 in ein Mädchenheim der Karmeliterschwestern in Bluefields, an der Ostküste von Nicaragua. Dort erlebte sie Schutz und eine respektvolle Behandlung, was ihr bisher fremd war. «Zuerst war sie sehr schüchtern und sagte kaum ein Wort», berichtet Schwester Maria José. Mittlerweile hat sich das Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt, die nun voller Elan Medizin studiert. «Ich bin zutiefst dankbar, dass ich eine solch wertvolle Chance in meinem Leben erhalten habe. Ich möchte später vielen Menschen helfen», erzählt Mixa mit strahlenden Augen.

So wie sie dürfen dank den beiden Mädchenheimen 35 weitere Mädchen aus verwahrlosten und von Gewalt geprägten Lebensumständen eine Wende in eine verheissungsvolle Zukunft erfahren.

 

Inés Wertgen, Projektleiterin Nicaragua

 

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