CSI-Tag 2018: Berichte aus Brennpunkten religiöser Verfolgung

24. September 2018

Syrien, Nigeria und Sri Lanka. Die drei Länder standen im Fokus des CSI-Tags 2018. Thema war die Situation der Christen und anderen religiösen Minderheiten. Sie hat sich in den letzten Jahren in allen drei Ländern stark verschlechtert.



Am Wochenende fand die alljährlich stattfindende Tagung der Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) statt: am 22. September in Zürich, am 23. September in Lausanne. «Es wurde deutlich, dass die gewalttätige Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten weit verbreitet ist. Energische Advocacy-Aktionen und humanitäre Hilfe sind dringend nötig», fasst CSI-Geschäftsführer John Eibner zusammen. Dafür wird sich CSI auch weiterhin mit aller Kraft einsetzen, wie Stiftungsratspräsident Herbert Meier in seiner Begrüssungsrede festhielt: «Über die Gefahren für die Religionsfreiheit zu informieren, den um ihres Glaubens willen Verfolgten und den Märtyrern mit Gebet, Protest und humanitärer Hilfe beizustehen, das ist und bleibt für CSI verpflichtender Auftrag.»

Nigeria: Islamistische Kampagne gegen Christen

CSI-Projektmanager Franco Majok machte darauf aufmerksam, dass die Ermordung und Vertreibung der Christen in Nigeria nicht nur ein Ziel der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram sei. In den letzten Jahren seien vielmehr Islamisten aus dem Stamm der Fulani zu einer grossen Gefahr geworden: «Die Fulani-Islamisten zerstören ganze christliche Dörfer und die Regierung tut nichts dagegen», berichtete Majok. So geschehen Ende Juni 2018 in der Nähe von Jos. Die Fulani-Extremisten zerstörten zehn christliche Dörfer; es gab 200 Tote, zahlreiche Verletzte und noch mehr Obdachlose. «CSI reiste unverzüglich hin und brachte den Flüchtlingen, die alles verloren haben, Lebensmittel und andere Hilfsgüter.»

Syrien: Ordensschwester bittet um Hilfe für Neuanfang

Auch Syrien hat ein riesiges Problem mit Islamisten. «Unter den Extremisten leiden nicht nur die Christen, sondern auch viele Muslime, die zum Beispiel Schulbildung für ihre Töchter wollen», stellte John Eibner klar.

Der Beitrag der syrischen Ordensschwester Marie-Rose unterstrich, dass es keineswegs darum geht, Christen und Muslime gegeneinander auszuspielen. «Christliche und muslimische Kinder erleben das gleiche Leid und haben die gleichen Wünsche.» Sie hilft ihren Landsleuten – unterstützt von CSI-Spendern – ganz unabhängig von deren Religion. Schwester Marie-Rose stellte an der Tagung auch ihr Buch vor, das dieses Jahr auf deutsch und französisch erschien.

Der Krieg habe Spuren hinterlassen: Hass, Dialogverweigerung, Trauma. «Wir brauchen Ihre Hilfe bei einem Neuanfang und beim Wiederaufbau von Syrien», appellierte Schwester Marie-Rose an das Publikum. Die Hilfsbereitschaft war da: Mit Papier-Backsteinen wurde symbolisch ein zerstörtes Gebäude aufgebaut – alle 150 Backsteine fanden einen Käufer.

Sri Lanka: Christen und Muslime Opfer von nationalistisch-extremistischen Buddhisten

Am CSI-Tag sprach auch ein Gast aus Sri Lanka, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss. Die Situation der Christen hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Besonders in abgelegenen Gebieten mit buddhistischer Mehrheitsbevölkerung kommt es immer wieder vor, dass extremistische buddhistische Mönche die Bevölkerung aufwiegeln. Kirchen werden zerstört, Christen bedroht, angegriffen und zur Flucht gezwungen. Auf ähnliche Weise hetzen die Extremisten auch gegen Muslime.

Kontakt

Adrian Hartmann

adrian.hartmann@csi-schweiz.ch

044 982 33 40 | 078 836 07 47

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