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Die Blasphemiegesetze

20. Februar 2015

Bei den sogenannten Blasphemiegesetzen handelt es sich um die Artikel 295 bis 298 («Verstöße gegen die Religion») des pakistanischen Strafgesetzbuchs.



Einige Normen schützen die Religionen allgemein, andere beziehen sich explizit auf den Schutz des muslimischen Glaubens (den Koran und den Propheten Mohammed) sowie gegen die angeblich ketzerischen Ahmadiyya, denen die Verwendung muslimischer Begriffe verboten wird.

Viele der Blasphemie-Beschuldigungen sind willkürlich – jemanden der Blasphemie zu bezichtigen ist ein sicherer Weg, ihn aus dem Weg zu schaffen, selbst wenn die Beschuldigung haltlos ist. Seit dem Erlass der Blasphemiegesetze in den 1980er Jahren wurden mehrere tausend Verstösse registriert. Rund 1000 Personen wurden verurteilt, einige sogar zum Tod. Die bekannte Asia Bibi ist die erste Frau, gegen die wegen Blasphemie ein Todesurteil ausgesprochen wurde. Bisher wurde allerdings noch kein Todesurteil vollstreckt. Dennoch fordern diese Gesetze immer wieder Tote: Islamisten ermordeten bereits mehrere Dutzend Opfer von Blasphemieanklagen.

Über die Hälfte der Klagen richtet sich gegen Muslime. Im Vergleich zur Bevölkerungszahl sind jedoch religiöse Minderheiten überproportional betroffen: Während religiöse Minderheiten nur etwa 7% der 186-Millionen-Bevölkerung stellen, richten sich etwa 40% der Blasphemieanklagen gegen sie.

 

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