• Nepal

Drohungen und Übergriffe auf Christen

25. Januar 2021

Anfeindungen gehören immer mehr zum traurigen Alltag von nepalesischen Christen. Das Pastorenpaar Gitu und Danda Bir Sunar musste nach einem Übergriff hospitalisiert werden. Auch Gobinda Poudel musste schlimme Erniedrigungen und Tätlichkeiten erdulden.




Bitte unterschreiben Sie unsere Ermutigungskarte an unsere christlichen Partner in Nepal.

Stephen Adhikari via
Christian Solidarity International
Zelglistrasse 64
CH-8122 Binz

 

Dear Stephen Adhikari

It troubles me greatly that Christians in Nepal are increasingly falling victim to religious persecution. I am particularly saddened by the fact that many of those affected are not only suffering due to the increasing Hindu extremism in society, but are also being harassed by their own relatives. Life was already extremely hard for many Nepalese as a result of the months-long lockdown.

I cannot thank you enough for your tireless commitment on a legal and practical level to oppressed Christians and other suffering people in Nepal. You work round the clock for the disadvantaged. I pray that you will always know God’s strength and his protection. Thank you very much for your courageous stand.

Es bedrückt mich sehr, dass Christen in Nepal zunehmend religiöser Verfolgung ausgesetzt sind. Besonders traurig stimmt mich, dass viele Betroffene nicht nur unter dem zunehmenden Hinduextremismus in der Gesellschaft leiden, sondern häufig durch die eigenen Verwandten drangsaliert werden. Kommt dazu, dass viele Nepalesen durch den monatelangen Lockdown ohnehin an den Rand ihrer Existenz gebracht wurden.

Ich kann Ihr unermüdliches Engagement auf juristischer und praktischer Ebene für bedrängte Christen und andere notleidende Menschen in Nepal kaum genug würdigen. Es scheint so, als ob Sie fast rund um die Uhr für die Benachteiligten im Einsatz stehen. Ich bete dafür, dass Sie immer wieder Gottes Kraft erfahren können und Sie sich von ihm getragen und beschützt fühlen. Herzlichen Dank für Ihr mutiges Einstehen.


* obligatorische Angaben

Die Petition wurde 4 mal unterzeichnet.

Der 3. August 2020 wird für Gitu und Danda Bir Sunar wohl für immer in traumatischer Erinnerung bleiben. An diesem Tag wurde das Pastorenpaar aus dem nordwestlichen Distrikt Humla von seinen Verwandten und Nachbarn heftig zusammengeschlagen. Den beiden wurde zum Verhängnis, dass sie am Christentum festhalten und andere zum christlichen Glauben führen. Freunde brachten die beiden Schwerverletzten in eine nahegelegene Klinik.

Zwar konnten die Blutungen von Gitu gestoppt und die Wunden im Gesicht von Danda Bir genäht werden. Doch vor allem Gitu leidet nach wie vor physisch und psychisch an den Folgen der Übergriffe. Sie benötigt immer noch Medikamente. CSI leistete einen finanziellen Beitrag für ihre medizinische Versorgung. Zudem standen unsere Partner Gitu beratend zur Seite, auch bei Gesprächen mit der Polizei. Trotz ihres Leidens und der Angst vor weiteren Übergriffen setzt sie ihren christlichen Dienst in ihrem Umfeld fort.

70-jähriger Witwer leidet

Auch der 70-jährige Gobinda Poudel aus dem ostnepalesischen Dorf Channwa wurde Opfer eines Angriffs. Die CSI-Projektverantwort­liche und Redaktionsleiter Reto Baliarda begegneten ihm auf ihrer letzten Nepal-Reise.

Gobinda berichtete, dass er einst einer hohen Hindu-Kaste angehörte. Vor elf Jahren hatte ihn ein christlicher Nachbar in seine Kirche eingeladen, da Gobinda unter starken Bauchschmerzen litt. «Die Menschen in der Kirche beteten für mich. Ich war überwältigt, als nach den Gebeten die Beschwerden plötzlich verschwunden waren», erinnert sich der grossgewachsene Nepalese, der sich nach diesem Schlüsselerlebnis zusammen mit seiner Frau dem Christentum zuwandte.

Gobinda und seine Gattin wohnten damals bei einem ihrer Söhne. Dieser schien den Glaubenswechsel seiner Eltern zunächst zu akzeptieren. Doch mit der Zeit entwickelten er und andere Verwandte einen zunehmenden Hass auf das christ­liche Ehepaar. «Zuerst häuften sich die verbalen Attacken gegen uns. Schliesslich erlebten wir auch physische Gewalt», so Gobinda.

Nach fünf Jahren wurde die ­Lage unerträglich. Das drangsalierte Ehepaar flüchtete aus dem Haus seines Sohnes und fand in seiner Dorfkirche Unterschlupf, wo es von Mitgliedern unterstützt wurde.

Auch als vor zwei Jahren Gobindas Frau starb, kehrte keine Ruhe ein. Vielmehr entbrannte ein Streit mit seinen Kindern und Verwandten. «Sie liessen es nicht zu, dass ich meine Frau nach christlicher Tradition begraben wollte», klagt Gobinda. Gegen seinen Willen wurde sie nach hinduistischem Ritual verbrannt. «Ich bin heute noch darüber zutiefst erschüttert.»

Bei all dem Leid besucht der 70-Jährige diverse Hausgemeinden, in denen sie sich gegenseitig Mut machen. CSI hat Gobinda mit einem finanziellen Beitrag unterstützt. Damit kann er seine Not lindern, die durch die Corona-Krise verstärkt wurde.

So hilft CSI

Die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Christen kommt auch in Nepals Anti-Konversionsgesetz zum Ausdruck. Dieses verbietet, «Personen zu einer anderen Religion zu bekehren oder die Religion anderer zu stören». Das «Verletzen religiöser Gefühle» kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.

CSI-Partner helfen Betroffenen unermüdlich auf juristischer und humanitärer Ebene. Zusätzlich fördern sie ein Netzwerk mit Leitern anderer religiösen Minderheiten und leisten Lobbyarbeit auf politischer Ebene. 

Reto Baliarda

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