• Sri Lanka

Druck der Dorfbewohner konnte gelindert werden

30. Juni 2017

Nach einem vereitelten Übergriff durch buddhistische Mönche musste Pastor Mahinda um die Existenz seiner neu eingeweihten Kirche kämpfen. Dank der juristischen Hilfe der CSI-Partner in Sri Lanka kann die Kirche im Dorf bleiben.



Seit 2007 führt Pastor Mahinda* im Süden Sri Lankas, wo der Buddhismus besonders dominant ist, eine lebendige Kirchgemeinde. Immer wieder wurde seine Kirche von buddhistischen Extremisten angefeindet. Dennoch nahm die Zahl der Gottesdienstbesucher laufend zu. «Wir bauten ein neues Gebäude, weil die alte Kirche mit der Zeit aus allen Nähten platzte.» Mahinda liess sich auch nicht davon einschüchtern, dass er drei Tage vor dem Einweihungsfest von einem Mob und buddhistischen Mönchen bedroht und aufgefordert wurde, kein Fest zu veranstalten.

Bei der Eröffnungsfeier vom 10. September 2016 sah Mahinda, wie hunderte von buddhistischen Mönchen auf die Festgemeinde losstürmten. Zwar war die Polizei am Fest anwesend. Doch sie gewährte ihren Schutz nur bis nachmittags um 14 Uhr. Der Pastor musste sich daher vor den Mönchen verstecken.

Buddhisten randalierten

Nach dem Fest näherten sich um Mitternacht Buddhisten auf zwei Motorrädern. «Sie warfen Molotow-Cocktails auf die neue Kirche. Die Scheiben zerbarsten», erinnert sich Mahinda an den Schreckensmoment. Zwar blieb es beim Sachschaden. Doch ab dem nächsten Tag wurde der Pastor von der Dorfbevölkerung und der Polizei aufgefordert, die Kirche zu schliessen.

Pastor erhielt juristische Hilfe

Pastor Mahinda wandte sich an Anwältin Esther* und ihr Team, die sich als CSI-Partner vor Ort für bedrohte Christen einsetzen. Esther organisierte für ihn kostenlos einen Anwalt, der bei der Menschenrechtskommission eine Klage einreichte. Diese bewirkte, dass die Polizei eine andere, unterstützende Haltung gegenüber dem Pastor einnahm.

In der Dorfgemeinschaft hatte die Drangsalierung von Mahinda eine positive Kehrseite: Der Übergriff am Einweihungsfest erschien in den lokalen Medien. Fünf Familien im Dorf waren davon derart betroffen, dass sie nun neu seine Gemeinde besuchen. Unter ihnen ist auch ein Mann, der früher Alkoholiker war und immer wieder Menschen attackierte. Im Weiteren kann dessen Sohn dank der Intervention von Esthers Organisation nun die Volksschule besuchen.

Die Lage in Pastor Mahindas Kirchgemeinde hat sich dank dem Einsatz der CSI-Partner ziemlich beruhigt. Mahinda ist den CSI-Partnern für ihren Einsatz und die Unterstützung ausserordentlich dankbar. Doch viele Christen und andere Minderheiten in Sri Lanka bleiben nach Übergriffen schutzlos und ohne Fürsprecher. Sie leiden unter der Bedrohung und der fehlenden Unterstützung. Zusammen mit Anwältin Esther und ihrem Team setzt sich CSI für sie ein.

 

Reto Baliarda

* Namen geändert

Weiterer Bericht:

Angriff auf die Kirche hat die Gemeinde bis heute erschüttert

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