• Mosambik

Dschihadisten verbreiten Angst und Schrecken

28. Dezember 2020

Seit 2017 wird die nördliche Provinz Cabo Delgado von islamistischen Überfällen auf die Zivilbevölkerung heimgesucht. Mit mittlerweile über 300 000 Vertriebenen spitzt sich die humanitäre Krise zu. CSI unterstützt die Nothilfe vor Ort, die vom Missionswerk «Pro Vision» geleistet wird.



Mark Harper, Geschäftsführer von Pro Vision Mosambik, erinnert sich an die Begegnung mit Pastor Joao* im Oktober 2018 in Cabo Delgados Hauptstadt Pemba. Was dieser ihm erzählte, liess ihn erschaudern. «Der Pastor musste Mitglieder aus seiner Gemeinde beerdigen. Sie waren bei einem schrecklichen Überfall von Islamisten enthauptet worden.»

Die Attacken der Terroristen, die sich «Al Shabaab**» nennen, begannen 2017. Die jungen Menschen sind hauptsächlich mit Macheten bewaffnet.

Terroristen nützen Armut aus

Cabo Delgado ist reich an Bodenschätzen. Ein Erdgas-Projekt von internationalen Energiekonzernen befindet sich im Aufbau. Trotzdem ist die Region eine der ärmsten Provinzen Mosambiks. Unzählige arbeitslose Jugendliche ohne Perspektive bieten Terrorgruppen den idealen Nährboden für die Rekrutierung und Radikalisierung.

Trotz Warnungen seitens moderater Muslime hat die Regierung die Vorkommnisse lange verschwiegen. Doch mittlerweile haben die tödlichen Überfälle islamistischer Terrorgruppen in erschreckendem Masse zugenommen. Erst kürzlich, am 31. Oktober 2020, wurden bei Angriffen auf Dörfer 20 Menschen enthauptet. Über 300 000 Menschen mussten aus ihren Dörfern fliehen. Grosse Territorien werden nun von den Islamisten kontrolliert. Das überschuldete Land im südlichen Afrika verfügt über keine Ressourcen, um auf die Krise zu reagieren.

Die Vertriebenen in Cabo Delgado harren in überfüllten Flüchtlingslagern oder bei Verwandten in Städten aus. Vielerorts herrscht Hunger. Die Menschen mussten alles zurücklassen. Die gegenwärtige Covid-Krise führte zudem dazu, dass viele Hilfsorganisationen deshalb das Gebiet verlassen haben.

CSI hilft

Mark und Lesley Harper von Pro Vision sind bis heute in Cabo Delgado geblieben. Mit ihrem Team setzen sie alles daran, die allgegenwärtige Not zu lindern. Dabei heben sie das vorbildliche Beispiel von Pastor Joao hervor: «Er hat etliche Flüchtlinge in seinem kleinen Lehmhaus aufgenommen. Darunter sind auch die Kinder eines Kollegen, der zusammen mit seiner Frau von Islamisten geköpft wurde. Pastor Joao spendet den Vertriebenen Menschen Trost. Mutig hat er ausserdem Menschen nachts zur Flucht verholfen und sie mit Kleidern und Lebensmitteln versorgt.»

CSI unterstützt das Missionswerk Pro Vision in Cabo Delgado. Mark und Lesley sind dankbar für jegliche finanzielle Hilfe. Damit können sie den Pastoren Zelte, Vorräte und Geld zur Verfügung stellen, um den hilflosen Menschen auf der Flucht beizustehen.

* Name geändert

** Nicht zu verwechseln mit der bekannten Terrororganisation «Al Shabaab» in Ostafrika

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