Flüchtlingsfamilie startet Viehhandel

29. Oktober 2018

Immer wieder musste die junge Familie von Ladi Yakubu vor den Boko-Haram-Terroristen fliehen. Sie fand Zuflucht in der Stadt Jos.



Im Flüchtlingslager von Jos im Zentrum Nigerias begegnen die CSI-Mitarbeiter Franco Majok und Joel Veldkamp der Familie der 26-jährigen Ladi Yakubu. Die junge Familie hat eine lange Flucht-Odyssee hinter sich. Kommt dazu, dass Ladi Yakubu den Tod ihres dritten und jüngsten Kindes verkraften muss. Mit gerade mal neun Monaten erlag es einer unheilbaren Krankheit. Diesem immensen Schmerz zum Trotz ist Ladi Yakubu bereit, über die schlimmen Ereignisse zu sprechen, die die Familie zur Flucht nach Jos veranlassten.

Immer wieder vertrieben

Ladi Yakubu wuchs im Dorf Gboko im Nordosten Nigerias (Bundesstaat Borno) auf. Mit ihrem Ehemann führte die junge Mutter einen kleinen Bauernbetrieb. «Wir hatten in Gboko ein friedliches und gutes Leben», bemerkt sie. Doch das beschauliche Leben endete abrupt, als islamistische Kämpfer der Terrormiliz Boko Haram am 7. August 2014 das Dorf überfielen. «Sie brannten unser Haus nieder. Alles, was wir uns erarbeitet hatten, wurde auf einen Schlag vernichtet.»

Die junge Familie rannte um ihr Leben und floh zu Fuss ins Nachbardorf Zamga. Doch dauerte es nicht lange, bis Boko Haram auch dort einen Angriff verübte und die Familie erneut flüchten musste. Sie fanden Unterschlupf bei Ladi Yakubus Grossmutter in Mazaa. Als diese nach sechs Monaten starb und die Nachricht eines bevorstehenden Überfalls der Boko Haram-Terroristen die Runde machte, floh die Familie weiter nach Yola, der Hauptstadt des Bundesstaats Adamawa, südlich von Borno. Doch selbst hier wurde es für Christen immer gefährlicher. Als erneut ein Angriff von Boko Haram drohte, musste Yakubus Familie zum wiederholten Mal fliehen.

Aussicht auf eine bessere Zukunft

Um Boko Haram endgültig zu entkommen, floh Ladi Yakubus Familie in ein christlich geführtes Flüchtlingscamp in Jos, Zentral­nigeria. Im Frühling 2015 wurde sie im Lager der CSI-Partner Stefanos Foundation aufgenommen. Die Familie lebt bis heute mit ihren zwei Kindern in Jos, allerdings nicht mehr im Flüchtlingslager. Sie kann ihren Lebensunterhalt heute selbst bestreiten. Dank der Anschubfinanzierung von CSI konnte sie sich eine Ziege beschaffen. «Heute haben wir über 20 Ziegen», erklärt Ladi Yakubus Ehemann nicht ohne Stolz. Nun hat er auch mit dem Handel von Kühen begonnen. «Wir danken CSI herzlich für die Hilfe. Dank unserem Geschäft können wir uns selbst ernähren», freut sich Ladi Yakubu.

Reto Baliarda

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