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Fünf junge Christen bei Angriffen von Islamisten getötet – CSI hilft

16. Juli 2020

Im zentralnigerianischen Bundesstaat Kaduna verüben islamistische Fulani-Viehhüter verheerende Übergriffe auf junge Christen. Fünf Menschen werden dabei getötet. CSI trägt die medizinischen Behandlungskosten für Überlebende der Angriffe.



Bei einbrechender Dunkelheit hielt sich der 20-jährige Student Henry Jonathan mit einigen Freunden am 23. März 2020 im bereits geschlossenen Markt von Gora auf, als plötzlich Gewehrschüsse fielen. Die Gruppe junger Christen aus der nahegelegenen Stadt Kafanchan realisierte zunächst nicht, dass die Schüsse ihnen galten. Doch dann schrie einer aus der Gruppe, er sei getroffen worden. «Im nächsten Moment sahen wir ihn in der Blutlache liegen. Wir ergriffen die Flucht. Doch während ich um mein Leben rannte, wurde ich von zwei Gewehrkugeln am linken Bein und am Gesäss getroffen», erinnert sich Henry an die Schreckensszene.

Zwei junge Frauen getötet

Die Angreifer gingen auch auf eine weitere christliche Gruppe los und erschossen eine junge Frau. Insgesamt wurden bei den Übergriffen in Gora zwei Frauen und ein Mann getötet. Von den fünf verwundeten Personen erlitt nebst Henry auch der 19-jährige Bauer Benjamin Peter schwere Verletzungen. Eine Gewehrkugel traf ihn im Magenbereich. Die anderen drei Betroffenen kamen mit leichten Verletzungen davon.

Angreifer waren wohl Fulani-Islamisten

Im Gespräch mit CSI erzählt Henry Jonathan mit Schaudern, wie die Milizen den Christen in Gora den Tod wünschten: «Wir konnten die Angreifer nicht sehen. Doch wir hörten, wie sie in der Hausa Sprache skandierten: < mun zo maku yau sai munsashe ku duka, Allahu akbar> was so viel bedeutet wie: <Wir sind heute extra wegen euch gekommen und wir werden euch alle töten! Gott ist grösser!>»

Aufgrund dieses Kriegsgeschreis gehen die überlebenden Christen davon aus, dass es sich bei den Angreifern um islamistische Fulani-Nomaden handelt, die ihr Vieh auf christlichem Grundstück weiden. Benjamin Peter ergänzt: «Früher lebten die Fulani ganz in unserer Nähe. Doch nun haben sie ihre Behausungen nach ausserhalb der Dörfer verlegt. Wir werden von ihnen seit längerem terrorisiert. Letztes Jahr töteten sie einen älteren Bauern. Er hatte sie zurechtweisen wollen, weil die Fulani mit ihrem Vieh seine Saat zerstörten.»

Einen Monat nach den folgenschweren Übergriffen in Gora schlugen die Fulani-Islamisten erneut zu. Sie drangen am 22. April ins Dorf Attat Masirga ein und eröffneten das Feuer. Zwei Christen kamen im Kugelhagel ums Leben, drei Weitere wurden verwundet, darunter auch der 22-jährige Micah Mathew. In seinem Krankenhausbett bemerkt Micah gegenüber CSI-Partnern mit einem tiefen Seufzer: «Ich bin einfach dankbar, dass ich noch am Leben bin.»

CSI leistet Hilfe

Sowohl Micah, als auch Henry und Benjamin mussten sich einem medizinischen Eingriff unterziehen. CSI hat sämtliche angefallenen Spitalkosten übernommen. Diese Unterstützung war vor allem auch für die Mütter von Henry und Benjamin eine wichtige Entlastung. Sie sind beide verwitwet und hätten sich ohne die Hilfe von CSI die Operation für ihre Söhne nicht leisten können.

Zusammen mit dem Partner vor Ort, der Katholischen Diözese Kafanchan, unterstützt CSI 600 Familien, die durch Fulani-Islamisten gewaltsam vertrieben wurden. Die Betroffenen erhalten Nahrungsmittel wie Bohnen, Reis und Mais.

Morven McLean, Reto Baliarda

 

 

 

 

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