• Nigeria

Herr Botschafter, die Christen brauchen jetzt Ihre Hilfe

29. März 2020

CSI warnt vor einem Genozid an den Christen in Nigeria. Ermordungen, Entführungen und Einschüchterungen sind an der Tagesordnung. Nigerianische Christen rufen um Hilfe, «damit wir nicht einer nach dem andern eliminiert werden».




Bitte fordern Sie den Schweizer Botschafter in Nigeria dazu auf, sich für die Christen einzusetzen.

Ambassador
Georg Steiner
Embassy of Switzerland
157, Adetokunbo Ademola Cr.
Wuse II
Abuja 900288
Nigeria

 

Sehr geehrter Herr Botschafter

Die Situation in Nigeria beunruhigt mich zutiefst. Wie ich höre, werden Christinnen und Christen von mehreren Seiten gezielt angegriffen: von islamistischen Terrorgruppen wie Boko Haram oder ISWAP (Islamischer Staat Provinz Westafrika) ebenso wie von islamistisch geprägten Fulani-Milizen.

Der Präsident des Dachverbands «Christian Association of Nigeria», Dr. Samson Ayokunle, rief am 23. Januar 2020 in Abuja die internationale Gemeinschaft um Hilfe, «damit wir nicht einer nach dem anderen eliminiert werden».

Bitte nehmen Sie diesen Aufruf ernst in Ihren Kontakten mit nigerianischen Behörden, mit Diplomatinnen und Diplomaten einflussreicher Länder sowie mit dem EDA. Ich bitte Sie dringend, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit die gezielte Gewalt gegen Christinnen und Christen in Nigeria aufhört.

Mit vorzüglicher Hochachtung


* obligatorische Angaben

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Grausamkeiten aus Nigeria bekannt werden. Nach konservativen Schätzungen einheimischer Christen wurden in Nigeria allein im letzten Jahr 1000 Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens umgebracht. Leider geht der Horror auch im neuen Jahr unvermindert weiter.

Genozid-Warnung!

Die Lage ist so dramatisch, dass CSI am 30. Januar 2020 in einer Medienmitteilung auf Deutsch, Französisch und Englisch vor einem Genozid gewarnt hat. «In Nigeria existieren die Voraussetzungen für einen Genozid», sagt unser Geschäftsführer John Eibner. «Die zunehmend gewalttätigen Angriffe und das Versagen der nigerianischen Regierung, die Taten zu verhindern und die Täter zu bestrafen, sind alarmierend.»

Die letzte Genozid-Warnung von CSI stammt vom 30. November 2011 und betraf die Christen und weiteren religiösen Minderheiten im Nahen Osten. Leider wurde die Warnung nicht ernst genommen, obwohl sich die überwiegende Mehrheit der Staaten mit der Unterzeichnung der Genozid-Konvention von 1948 dazu verpflichtet hat, Genozide zu verhindern. CSI ruft deshalb insbesondere die ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats dazu auf, ihrer Verpflichtung in Nigeria nachzukommen.

Keine Hilfe von Regierung

Dr. Samson Ayokunle, ein wichtiger Wortführer der nigerianischen Christen (siehe Kasten) wandte sich am 23. Januar 2020 mit einem dramatischen Appell an die Welt. «Nigeria befindet sich unter der Belagerung mörderischer blutrünstiger und krimineller Boko-Haram-Terroristen, terroristischer Fulani-Hirten, Banditen und Entführern.»

Laut Ayokunle sind die Christen im eigenen Land existenziell bedroht. Die Regierung lasse sie im Stich. «Wir rufen die internationale Gemeinschaft (…) zu Hilfe, damit wir nicht einer nach dem anderen eliminiert werden.» Wir haben den Hilferuf gehört und werden alles in unserer Macht Stehende unternehmen, damit die Gewalt gestoppt wird.

Adrian Hartmann

 


Rede von Dr. Samson Ayokunle

Dr. Samson Ayokunle ist der Präsident des Dachverbands «Christian Association of Nigeria», in dem die überwiegende Mehrheit der rund 90 Millionen Christen zusammengeschlossen ist. Am 23. Januar 2020 hielt er in Abuja eine bemerkenswerte Rede, aus der wir einige Auszüge veröffentlichen.

«(…) Nigeria befindet sich unter der Belagerung mörderischer blutrünstiger und krimineller Boko-Haram-Terroristen, terroristischer Fulani-Hirten, Banditen und Entführern. (…)

Mörder entfesseln Terror gegen ausgewählte christliche Gemeinschaften, während unsere Sicherheitsorgane manchmal wegzuschauen scheinen. In der Regel dringen unsere Soldaten und Polizisten erst nach der Gewalt in die Dörfer ein, und in vielen Fällen werden die Opfer eingesperrt, während die Verbrecher unbehelligt bleiben. (…)

Diese Terroristen haben ihr Ziel, Nigeria zu islamisieren, nicht verheimlicht, und das haben sie mit den Fulani-Hirten gemeinsam. (…) Zwar behauptet die Regierung oft, die Terroristen besiegt zu haben. Doch was wir täglich vor Augen haben, widerspricht dieser Behauptung. (…)

Wir bestreiten nicht, dass einige Muslime getötet wurden. Wir stellen hier jedoch deutlich fest, dass ihre Hauptziele Christen sind. (…) Es ist für uns schwer zu glauben, dass die gegenwärtige Regierung nicht mit den Aufständischen zusammenarbeitet, um die Christen in Nigeria auszulöschen, wenn wir die sehr fragwürdige [Zusammensetzung der] Führungselite des Sicherheitsapparats berücksichtigen, die stark einer Religion und einer Region zuneigt.»

Stark gekürzt. Originalversion inklusive kritischen Fragen und Empfehlungen an die Regierung 

Medienmitteilung und Brief an die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats

Medienberichte zur CSI-Genozidwarnung

Ihr Kommentar zum Artikel

Christa Schenk

30.03.2020 23:05

Ich habe Freunde in Nigeria und es stimmt alles die Christen und Juden vom Stamm Biafra sind immer noch Feinde bzw hindern die zunehmende Islamisierung des Landes - die Boko Haram wird auch eines Tages hier ihr Unwesen treiben wenn wir nicht dagegen angehen. Der komplette Norden Afrikas direkt an der Sahelzone ist schon islamisiert und Europäische Politiker bezahlen viel für die Sicherheit, die wir hier genießen können. Leider jedoch muss ich sagen dass wir zu wenig tun und wenn wir Afrika helfen werden wir auch uns selbst helfen, denn die Zukunft ist vorauszuahnen.


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