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CSI-Schweiz bat Bundesrat Cassis, im Iran für Religionsfreiheit einzustehen

07. September 2020

Aussenminister Ignazio Cassis hat zum 100-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen einen dreitägigen Staatsbesuch im Iran absolviert. Dabei traf er auch Präsident Hassan Rohani und seinen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif. Cassis hat bei seinem Besuch auch die Menschenrechte thematisiert. In einem Brief bat CSI-Geschäftsführer John Eibner Bundesrat Cassis unmittelbar vor der Reise, die iranische Regierung auf Verstösse gegen die Religionsfreiheit hinzuweisen.



Binz, 3. September 2020

 

Sehr geehrter Herr Bundesrat,

Meine Mitarbeitenden und ich freuen uns, dass Sie in den kommenden Tagen die Gelegenheit haben werden, direkt mit Ihrem iranischen Amtskollegen in Teheran zu sprechen.

Da die Religionsfreiheit zweifellos auf der Tagesordnung stehen wird, wenn Sie allgemeine Menschenrechtsfragen ansprechen, möchten wir Sie bitten, die iranischen Behörden auf Artikel 18 Absatz 1 und 2, des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte hinzuweisen. Bitte fordern Sie die Regierung in Teheran auf, die Freiheit der Religionswahl und des Religionswechsels ohne jegliche Androhung von Zwang zu respektieren.

Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie die iranischen Behörden zudem ermahnen könnten, dieser Verpflichtung speziell in Bezug auf die nachstehend erwähnten Personen nachzukommen. Sie werden vom Staat strafrechtlich verfolgt, weil sie entweder Muslime mit dem Evangelium erreicht haben oder selbst als Muslime zum Christentum konvertiert sind:

Pastor Victor Bet-Tamraz, Shamiram Issavi, Pastor Yousef Nadarkhani, Ebrahim Firouzi, Hadi Asgari, Amin Afshar-Naderi, Saheb Fadaee, Sam und Sasan Khosravi, Maryam Falahi, Marjan Falahi, Habib Heyddari, Pooriya Peyma und Fatemeh Talebi.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch namentlich einige Menschenrechtsaktivistinnen nennen, die sich in einer sehr schwierigen Lage befinden: Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani, Moojgan Keshavarz und Nasrin Sotoudeh.

Ich nehme an, dass Ihr Departement in Bern oder unsere Botschaft in Teheran Informationen über diese bekannten Fälle haben. Ansonsten steht Ihnen mein CSI-Team gerne für weitere Informationen zur Verfügung.

Obwohl wir wenig Hoffnung haben, dass sich die iranischen Behörden durch juristische Argumente überzeugen lassen, besteht vielleicht eine Chance, dass sie in dieser Hinsicht eine Geste des guten Willens zeigen.

Ich wäre Ihnen zu grossem Dank verpflichtet, wenn wir nach Ihrer Rückkehr aktuelle Informationen über diese Fälle erhalten würden.

Darüber hinaus bin ich von Staatssekretärin Krystyna Marty Lang bezüglich des Treffens zur Religionsfreiheit, auf das Sie sich in Ihrem Brief vom 9. April 2020 beziehen, noch nicht kontaktiert worden.

Herr Bundesrat, ich wünsche Ihnen für Ihre wichtige Aufgabe viel Kraft und alles Gute. Herzlichen Dank, dass Sie unserem Anliegen Gehör schenken.

 

Hochachtungsvoll

John Eibner

 

Dr. John Eibner (London)
Internationaler Präsident
Christliche Solidarität International
Geschäftsführer/Directeur Général/Director
Stiftung CSI-Schweiz/Fondation CSI Suisse/CSI-Switzerland Foundation
Zelglistrasse 64
8122 Binz, ZH
Schweiz/Suisse/Switzerland

 

 

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Monique Aebersold

07.09.2020 10:15

Hat Bundesrat Cassis Stellung genommen? Ist er auf diese Bitte eingegangen?


Anna Kukal-Beyeler

08.09.2020 11:12

Merci viel Mal für Ihre wertvolle Arbeit! Anna Kukal


CSI

21.10.2020 09:37

Vielen Dank. Bundesrat Cassis hat auf den offenen Brief von uns geantwortet. Dabei versicherte er, dass er während seines Besuchs im Iran die Regierung auf die Wichtigkeit der Achtung der Religionsfreiheit aufmerksam gemacht habe. Schliesslich sei die Religionsfreiheit ein unverzichtbarer Bestandteil der schweizerischen Menschenrechtspolitik.


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