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«Ich bitte Gott jede Minute um meine Freilassung»

24. April 2020

Noch als Minderjähriger wurde Nabil Masih verhaftet und eingesperrt. Er verbringt seit vier Jahren Tag und Nacht in einer Einzelzelle – eine trostlose Situation. Nabil träumt von einem sicheren Leben mit seiner Familie und von harter Arbeit. Bitte fordern Sie seine Freilassung.



CSI fordert Nabils Freilassung. Unterschreiben Sie unseren Online-Protest!

Nabil Masih befindet sich seit 2016 wegen angeblicher Blasphemie im Gefängnis. Unsere pakistanische Projektpartnerin Mehwish Bhatti (Name geändert) hat ihn besucht.

CSI: Wie geht es Dir nach vier Jahren Gefängnis?

Nabil Masih: Ich bitte Gott jede Minute um meine Freilassung. An manchen Tagen verliere ich meine Hoffnung und sehe kein Ende. Aber in jeder Situation weiss ich: Gott wird helfen, dass ich bald freikomme. Der Besuch meiner Familie einmal pro Woche ist der einzige Aufsteller für mich.

Wie denkst Du über jene, die Dich ungerecht beschuldigt haben?

Ich kenne sie nicht gut. Aber ich erinnere mich bis heute an den Tag, als ein grosser Mob mit der Polizei unser Haus stürmte. Das macht mir bis heute Angst. Ich kann nicht vergessen, wie mein Vater und meine Geschwister weinten und baten, dass sie mich nicht mitnehmen sollten, und wie die Angreifer sie bedrohten. Ich glaube daran, dass Gott Recht schaffen und sie bestrafen wird.

Was vermisst Du am meisten?

Ich vermisse meine Arbeit in der Fabrik, weil ich dort Freunde habe. Seit ich hier bin, habe ich nichts von ihnen gehört und ich fürchte, dass sie denken, ich sei ein Gotteslästerer. Wenn ich freigelassen werde, kann ich nicht mehr nach Hause gehen, weil ich mich vor Angriffen fürchte. Ich vermisse meine Geschwister und die Kinder meiner Schwestern. Ich vermisse auch meinen Vater. Da er zunehmend älter wird, würde ich gerne viel Zeit mit ihm verbringen.

Welche Träume hast Du für Deine Zukunft?

Ich träume von einem Leben in Sicherheit mit meiner Familie und davon, hart zu arbeiten, damit sie zurückbekommen, was sie wegen meiner Festnahme verloren haben. Ich träume davon, in die Schule zu gehen, um eine gute Arbeit zu finden. Ich möchte auch Gott dienen wie die Leute, die mir in diesem Moment helfen.

CSI-Projektpartnerin Mehwish Bhatti (Name geändert)

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astrid lefebvre

16.08.2020 09:41

Wir sind sprachlos....was in diesen moslemischen Ländern negatives passiert....beten wir für die Leidenden.


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