• Irak

Irakischer Erzbischof dankt CSI für Unterstützung

19. Juli 2016

Yohanna Petros Mouche, der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul, Kirkuk und Kurdistan, dankt in einer Mitteilung auch CSI für die anhaltende Unterstützung irakischer Christen. Was im Irak passiert, sei ein Genozid und ohne die Hilfe von Organisationen wie CSI hätten die irakischen Christen keine Überlebenschance gehabt.



In einer kürzlich verfassten Mitteilung bedankte sich der irakische Erzbischof Yohanna Petros Mouche bei den Organisationen, die Unterstützung und Hilfe für die irakischen Christen liefern:

«Die (irakische) Regierung war fast gleichgültig gegenüber dem Schicksal unserer Gemeinschaft. Es wurde wenig Hilfe angeboten für die Heimatlosen, vor allem was Unterkunft, Lebensunterhalt, Gesundheitsversorgung und Ausbildung betrifft. Ohne die Aktivitäten der Kirche, die Unterstützung durch den Papst und die Hilfe von kirchlichen und gemeinnützigen Organisationen wie Church in Need, L’Oeuvre d’Orient, Caritas, Christian Solidarity International, Salt Foundation und vielen anderen Organisationen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien und den USA, wären wir zum Tod verurteilt gewesen. Wir verdanken ihnen viel und sprechen unsere tiefste Wertschätzung und unseren Respekt für ihre Unterstützung aus.»

Hunderttausende zur Flucht gezwungen

Seit 2003 haben mehr als eine Million irakische Christen das Land verlassen. Tausende wurden von religiösen Extremisten getötet. Angriffe auf irakische Christen begannen kurz nach der US-amerikanischen Invasion von 2003 und nahmen mit den darauf folgenden lokalen Konflikten stetig zu. CSI unterstützt die Christen im Irak seit 2007.

Im Juni 2014 überrannte der Islamische Staat (IS) Mossul, die zweitgrösste Stadt des Irak, und vertrieb die dort ansässige christliche Bevölkerung. Im August desselben Jahres griff der IS Städte von Christen und Jesiden im Umkreis von Mossul an: Tausende von Menschen wurden getötet oder versklavt, Hunderttausende wurden zur Flucht gezwungen. Viele der intern Vertriebenen haben noch immer keine feste Unterkunft und leben in Flüchtlingscamps im nordirakischen Kurdistan. CSI unterstützt diese Binnenflüchtlinge seit Beginn des IS-Terrors im Irak mit Hilfsgütern.

Das christliche Erbe erhalten

In seiner Mitteilung schrieb Erzbischof Yohanna Mouche weiter: «Wegen der langen Periode des Vertriebenseins und dem Fehlen jeglicher Perspektive begannen unsere Familien auszuwandern. Inzwischen sind weniger als 30’000 von ihnen noch in Kurdistan, während diese Zahl Tag für Tag weiter abnimmt, bis wir ganz ausgelöscht sind. Was passiert, ist ein Genozid.»

Der Erzbischof rief zur Befreiung der vom IS kontrollierten Gebiete auf, sodass die irakischen Christen in ihre Häuser zurückkehren und als Gemeinschaft im Irak überleben können. «Wir sind keine Verbrecher», fuhr er fort, «und wir haben uns nicht selbst in diese Situation gebracht». Das Leid der irakischen Christen dürfe nicht mehr akzeptiert werden. Es brauche internationale Garantien, Sicherheit, Schutz und würdige Lebensbedingungen im Irak. Wenn dies gegeben sei, so Erzbischof Yohanna Mouche, könne die christliche Gemeinschaft zurückkehren und ihr Erbe erhalten – «andernfalls können wir nicht zurückkehren».

Kontakt

Alexandra.Campana@csi-schweiz.ch, Tel. 044 982 33 70

 

Ihr Kommentar zum Artikel

Wir freuen uns, wenn Sie hierzu eine Rückmeldung oder Ergänzung haben. Themenfremde, beschimpfende oder respektlose Kommentare werden gelöscht.

Kommentar erfolgreich abgesendet.

Der Kommentar wurde erfolgreich abgesendet, sobald er von einem Administrator verifiziert wurde, wird er hier angezeigt.

Projekt Irak