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Justina Uche: «Meine Tochter ist ein Wunder»

08. Dezember 2016

Vor fünf Jahren verübten Boko-Haram-Extremisten ein fürchterliches Attentat in der St.-Theresa-Kirche in Madalla. 44 Gläubige starben. Justina Uche ist eine der vielen Überlebenden, die beim Anschlag schwere Verletzungen davontrugen. CSI-Mitarbeitende trafen sie kürzlich in Nigeria.



 

Die 31-jährige Justina Uche lag nach dem Terrorakt auf die St. Theresa-Kirche in Madalla zwei Wochen in Koma. An den Anschlag kann sie sich heute nicht mehr erinnern. Sie wachte im Spital mit enorm starken Schmerzen auf. Beim Gespräch mit CSI-Redaktionsleiter Reto Baliarda nimmt sie ihr linkes Glasauge heraus. «Ich sehe nur noch mit meinem rechten Auge und kann noch mit meinem rechten Ohr hören», beschreibt sie die verheerenden Folgen, die das Attentat für sie hatte.

Dankbar trotz Einschränkungen

Zudem spürt sie regelmässig Schmerzen am rechten Fuss, wenn sie längere Distanzen gelaufen ist. Handkehrum ist Justina froh, dass sie nach einem Jahr im Rollstuhl wieder gehen kann. Dankbar ist sie auch, dass ihre zwei Kinder und ihr Ehemann den Anschlag unverletzt überstanden.

Lange Zeit litt Justina unter posttraumatischen Stresssymptomen. Zudem setzten ihre Tage lange Zeit aus. Sie war daher überzeugt, nie wieder Kinder gebären zu können. Bei all dem erlittenen Leid durch den verheerenden Bombenterror kann sie daher ihr Glück kaum fassen, dass sie vor einigen Monaten einem gesunden Töchterchen das Leben schenkte: «Meine Tochter ist für mich das grösste Wunder.»

Unterstützt durch CSI und deren Partner, die Katholische Diözese in Minna, konnte Justina einen Handel mit Brennmaterial aufbauen. Dieses Geschäft hilft ihr, das Einkommen ihrer Familie aufzubessern.

 

Reto Baliarda

 

Weiterer Bericht:

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Projekt Nigeria