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Kein UNO-Schutz für verfolgte Christen aus Pakistan

25. Januar 2016

Am 16. Dezember 2015 gab es in Bangkok ein Wiedersehen mit der pakistanischen Christenfamilie von Shahbaz. Seit drei Jahren warten sie auf ihre Anerkennung als Flüchtlinge.

Nach der Ermordung des siebenjährigen Sohns seiner Schwester Anila* durch Islamisten und Todesdrohungen war die Familie vor drei Jahren nach Thailand geflüchtet. Seither verweigert das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR der sechsköpfigen Familie jeglichen Schutz. Im Gegenteil, der herzkranke Shahbaz* wurde am 15. Juli von der thailändischen Polizei festgenommen und erst nach Zahlung von umgerechnet CHF 1400.– durch CSI wieder freigelassen.

Unschuldig in Haft

Am 21. Oktober 2015 ging Shahbaz’ ältester Sohn Joshua der thailändischen Fremdenpolizei ins Netz. Der unschuldige junge Mann sitzt noch immer hinter Gittern. Das Angebot eines Freikaufs bei den Behörden führte bislang nicht zum Erfolg. «Weil wir kein Aufenthaltsrecht in Thailand haben, dürfen wir Joshua in der Haft nicht einmal besuchen», klagte sein Vater.

Mittlerweile verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Shahbaz‘ Frau Esther. Da sie sich aus Furcht vor einer Verhaftung Tag und Nacht in der winzigen Einzimmerwohnung aufhält und sich kaum mehr bewegt, leidet sie unter Ödemen in beiden Beinen. Wenigstens können wir der Frau Medikamente und damit etwas Linderung verschaffen.

Kurz vor Weihnachten schrieb Shahbaz einen Hilferuf ans UNHCR. «Meine Familie leidet unter Stress und Depressionen. Ich verstehe, dass Sie meinen Sohn nicht aus der IDC-Haft befreien können. Aber erkennen Sie uns doch bitte als Flüchtlinge an, so dass wir die Chance erhalten, aus Thailand auszureisen».

Unglaubliche Reaktion vom UNHCR

CSI will in Thailand gestrandeten verfolgten Christen aus Pakistan beistehen. Doch die Hürden werden immer höher: Als Shahbaz sich mit einem verzweifelten Schreiben an eine Mitarbeiterin der UN-Flüchtlingsbehörde wandte, empfahl sie ihm die Rückkehr nach Pakistan. Seine Frau könne doch in ihren früheren Beruf als Krankenschwester zurückkehren.

Shahbaz weiss, was ihn und seine Familie in der alten Heimat erwartet: Anklagen wegen Gotteslästerung, Entführung und Misshandlung seiner Frau und seiner drei Kinder und schliesslich der sichere Tod. «Ohne den Beistand von CSI würden wir verzweifeln», sagte mir der herzkranke Mann. «Wir bitten Gott, unsere Gebete zu erhören.»

* Namen geändert

Gunnar Wiebalck, Projektleiter Pakistan

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