• Bangladesch

Kirchenbau brutal gestoppt

24. Juni 2020

Rund 20 vom Islam zum Christentum übergetretene Familien wollen eine Kirche bauen. Sie werden gemieden, verprügelt und am Ende aus dem Dorf gejagt. CSI ermöglichte medizinische Behandlung und leistete Soforthilfe für Nahrung und Unterkunft.



Ich war in Bangladesch, kurz bevor die Grenzen wegen des Coronavirus geschlossen wurden. Zwei einfache Tagelöhner aus dem Norden des Landes waren die ganze Nacht unterwegs, um mir zu berichten, was sie in den letzten Monaten durchgemacht hatten: Satar Sheikh und Shomsher Ali.

Verfolgung wegen Kirche

18 Jahre ist es her, dass im Dorf Hori Ram, Division Rangpur, die ersten beiden Familien über lokale Missionare zum christlichen Glauben fanden. 2018 war ihre Zahl auf 20 Familien angewachsen. Sie beschlossen, sich nicht länger in Privathäusern zu versammeln, sondern ihr mühsam Erspartes zusammenzulegen, um einen grossen Wunsch zu verwirklichen: den Bau einer eigenen Kirche.

Damit brach der Zorn ihrer muslimischen Dorfbewohner über sie herein. Sie merkten plötzlich, wie zahlreich die Christen geworden waren. «Wir wurden unaufhörlich bedrängt, zum Islam zurückzukehren», erzählt Satar, auf dessen Land die Kirche hätte stehen sollen. «Wir durften die Läden nicht mehr betreten, erhielten auf den Feldern keine Arbeit mehr und unseren Kindern wurde der Schulunterricht verweigert.»

Mob gegen Christen

Am 6. Dezember 2019 erreichte die Verfolgung ihren Höhepunkt: Ein wütender Mob von über 50 Leuten prügelte auf die Christen ein und zerstörte ihre Häuser. Satar und andere wurden schwer verletzt.

Die christlichen Familien versteckten sich im Wald oder kamen bei Verwandten unter. Viele sind bis heute nicht ins Dorf zurückgekehrt, unter ihnen auch Satar. Seine Frau und die Kinder hat er schon monatelang nicht mehr gesehen. Sie fanden Unterschlupf bei seinen muslimischen Schwiegereltern, die mit ihm jedoch nichts zu tun haben wollen.

«Wir wollen uns nicht verstecken»

Trotz Drohungen hatte Satar den Mut, zur Polizei zu gehen. «Die Polizei riet mir, zum Islam zurückzukehren, um keine weiteren Probleme zu haben.» Erst als sich die CSI-Partner einschalteten, nahm die Polizei die Anzeige entgegen. Die CSI-Partner halfen den Verfolgten auch mit Lebensmitteln, Unterkunft und medizinischer Hilfe.

Wäre es nicht einfacher, die Anzeige zurückzuziehen und wieder ein normales Leben zu beginnen? «Nein, die Ungerechtigkeit muss ans Licht kommen», sagt Satar. «Wir wollen uns als Christen nicht verstecken, sondern unseren Glauben öffentlich bekennen.»

Bangladesch-Projektmanagerin

 

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