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Rückblick Mahnwache und die prekäre Situation von Christen in anderen Teilen der Welt

20. November 2017

Trotz klirrender Kälte, strömendem Regen und stürmischen Böen haben am 14. Dezember in insgesamt zwölf Städten knapp 430 Menschen an einer Mahnwache für verfolgte Christen teilgenommen. Unterhalb dieser Meldung finden Sie zudem einen kurzen Überblick über die prekäre Situation von Christen in Indien, Nigeria und im Nahen Osten.



Die Mahnwache von CSI wurde dieses Jahr zum sechsten Mal durchgeführt. In klirrender Kälte, teilweise strömendem Regen und teilweise heftigen Böen haben knapp 430 Menschen an der Mahnwache teilgenommen.

Sie fand am 14.12. an diesen Orten statt:

Basel – Marktplatz (38) Lausanne – Place St-Laurent (15)
Bern – Bahnhofplatz neben der Heiliggeistkirche (20) Luzern – Torbogen beim Bahnhof (25)
Chur – NEU: Kunsthaus, Bahnhofstrasse (16) Romanshorn – Sternenplatz (70)
Frauenfeld – Sämannsbrunnen (75) St.Gallen – Marktgasse Brunnen
Giubiasco – Piazza Grande (20) Thun – Rathausplatz (47)
La Neuveville – Bahnhofplatz, Centre d. Epancheurs (15) Zürich – Züghusplatz (47)

 

Hier können Sie den Flyer herunterladen. MM Mahnwache 2017lesen Sie die Medienmitteilung vom 15.Dezember 2017. Hier lesen Sie mehr über die Mahnwache im vergangenen Jahr.

Hintergrund der Mahnwache: Die prekäre Situation von Christen in anderen Teilen der Welt

Weihnachten ist ein Grund zur Freude. Wir nehmen uns Zeit für unsere Nächsten und geniessen die Gemeinschaft untereinander. Zugleich lesen wir im Internet und in Zeitungen von Anschlägen auf Kirchen, auf einzelne Menschen und Familien.

Wir organisieren deshalb im sechsten Jahr eine Mahnwache für verfolgte Christen.

Benjamin Doberstein: „Gerade zu Weihnachten geraten Christen noch einmal mehr in das Visier von Terroristen und Extremisten. Mit der Mahnwache setzen wir ein gemeinsames Zeichen der Solidarität für unsere Glaubensgeschwister und informieren die Bevölkerung über die prekäre Situation von Christen in anderen Teilen der Welt.

 

Situation in Indien

Hindustan per 2021

Angehörige der grössten politischen Partei Indiens, der BJP (Bharatiya Janata Partei), fordern ein reines „Hindustan“ per 2021. Die grösste Demokratie der Welt soll zukünftig nur noch Platz für eine Religion bieten. Religiös-nationalistische Extremisten fühlen sich von der Regierungspolitik ermutigt, Nicht-Hindus zu drangsalieren. Immer häufiger kommt es zu Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten, während die Polizei tatenlos zusieht.

Anti-Konversionsgesetz

Inzwischen wurde in sieben Staaten Indiens ein sogenanntes Anti-Konversionsgesetz angenommen. Mit diesem Gesetz ist es kaum mehr möglich, vom Hinduismus zu einer anderen Religion zu wechseln. Das Ziel der Hinduextremisten ist, dass dieses Gesetz in ganz Indien in Kraft tritt.

Schutzlosigkeit in ländlichen Gebieten

In den Grossstädten Indiens können Angehörige des Christentums ihre Feste und Gottesdienste noch ohne Probleme feiern. Doch in den ländlicheren Gebieten sind im Jahr 2017 bisher über 930 Übergriffe gemeldet worden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die Polizei unternimmt meistens wenig bis gar nichts gegen die Angreifer. So sind die Opfer schutzlos Attacken und Übergriffen ausgeliefert.

Hier erfahren Sie mehr über den Einsatz von CSI für Religionsminderheiten in Indien.

 

Situation in Nigeria

Eines der gefährlichsten Länder für Christen

Nigeria ist für Christen eines der gefährlichsten Länder der Welt. Besonders prekär ist die Lage im Norden Nigerias: In den zwölf nördlichen Bundesstaaten gilt die Scharia – dort werden Christen als Bürger zweiter Klasse behandelt. Im Nordosten Nigerias wütet die islamistische Terrorgruppe „Boko Haram“. Gerade zu Weihnachten, aber auch im Alltag, gibt es Angriffe und Attacken auf Kirchen und öffentliche Plätze. In Zentralnigeria werden Christen ausserdem von Banden stark bewaffneter Fulani-Hirten angegriffen.

Verschiedene Ebenen der Verfolgung

Christen werden auf verschiedenen Ebenen diskriminiert und verfolgt: Christliche Dörfer werden zerstört und Menschen vertrieben oder umgebracht. Dazu gibt es Entführungen und Zwangskonversionen sowie Zwangsheiraten. Besonders in Scharia-Staaten wird Christen der Zugang zur Grundversorgung vorenthalten.

Hier erfahren Sie mehr über den Einsatz von CSI für Religionsminderheiten in Nigeria.

 

Situation im Nahen Osten

Im Nahen Osten sind Christen und andere religiöse Minderheiten existenziell bedroht. Mancherorts könnten sie bald ganz verschwinden.

Irak

Die Gewalt im Irak gegen die religiösen Minderheiten Christen und Jesiden wurde von mehreren Staaten als Genozid bezeichnet. Tausende wurden ermordet und versklavt. Hunderttausende mussten unter Todesangst ihr Zuhause verlassen und leben heute entweder in anderen Landesteilen oder im Ausland. Bis heute leben viele in prekären Verhältnissen. Menschen, die nach der Vertreibung des IS in ihre Dörfer zurückkehren, erleben eine grosse Unsicherheit, wie lange sie dort bleiben können, da die grossen Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden bisher nicht gelöst sind.

Syrien

Der nun seit über sechs Jahren andauernde Konflikt in Syrien hat unsägliches Leid über die Bevölkerung gebracht. Über fünf Millionen Syrer sind aus dem Land vertrieben worden, sechs Millionen sind in andere Landesteile geflüchtet. Ein grosser Teil der Infrastruktur wurde zerstört und die Wirtschaftssanktionen schwächen die dort lebende Bevölkerung immens. Islamistische Extremisten treiben viele Syrer ins Abseits – Christen und andere religiöse Minderheiten sind besonders verletzlich.

Ägypten

Die koptischen Christen sind in den Städten und auf dem Land immer wieder Ziel terroristischer Angriffe. Gerade in ländlichen Gebieten werden die Kopten im Alltag diskriminiert, ausgegrenzt und tätlich angegriffen.

In diesen Ländern gibt es Diskriminierung und Verfolgung in Form von Vertreibungen, Entführungen, Versklavungen, Zwangsheirat, Ermordungen sowie Übergriffen und Attacken auf Kirchen.

Hier erfahren Sie mehr über den Einsatz von CSI für Religionsminderheiten im Nahen Osten.

 

Kontakt

Benjamin Doberstein | 044 932 33 33

benjamin.doberstein(at)csi-schweiz.ch

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Beate Minder-Akbari

06.12.2017 14:50

Schicken Sie doch diese Nachricht einmal an das Sekretäriat der Erzbistümer und Bistümer in der Schweiz und in nahegelegene Büros in D und Österreich. Diese können doch nicht genug bekommen, von Menschen aus anderen Kulturbereichen, von Gebeten für verfolgte Christen höre ich in der Hl. Messe so gut wie gar nichts und ich besuche als kath. Christ jeden Sonntag die Hl. Messe, letzten Sonntag war eine Ausnahme, vielleicht habe ich da etwas verpaßt.


André Blum

06.12.2017 18:10

Warum wird das Mittelland ausser acht gelassen oder finden da auch Mahnwachen statt wie Aarau Olten Langenthal Solothurn Huttwil um nur einige Orte zu nennen. Dane für den Feedback. Freundlicher Gruss A. Blum


CSI

11.12.2017 15:23

Sehr geehrter Herr Blum, vielen Dank für Ihren Beitrag und Ihr Interesse. Wir haben verschiedene Anfragen und Angebote für weitere Mahnwachen erhalten und werden diese gerne fürs kommende Jahr prüfen. Vielleicht können wir ja zur gegebenen Zeit, was das Mittelland betrifft, auf Sie zukommen. Für dieses Jahr ist es leider zu kurzfristig, um noch zusätzliche Mahnwachen durchzuführen.


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