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Mahnwache: In sechs Städten kamen Menschen zusammen

18. Dezember 2015

Kollektives Gedenken an die Opfer: 275 Personen beteiligten sich in sechs Schweizer Städten an der CSI-Mahnwache. Damit drückten sie ihre tiefe Anteilnahme für die verfolgten Christen und anderen religiösen Minderheiten aus.



Wer Mitte Dezember durch die Strassen von Basel, Bern, Lausanne, Luzern oder Zürich spazierte, muss sie wohl auch gesehen haben: Die grössere Menschengruppe, welche während einer halben Stunde mit einem Licht in der Hand und einem Plakat um den Hals dastand. Trotz der Menschenmasse war es still. 

Die Botschaften auf ihren Schildern waren kurz und prägnant: «Frieden in Syrien» oder  «Weltweite Religionsfreiheit für alle» waren dort zum Beispiel zu lesen.

Die Teilnehmenden gedachten an verschiedenen Standorten während derselben Zeit gemeinsam den verfolgten Christen im Nahen und Mittleren Osten oder auch in Afrika. Diese werden seit Jahren zur Zielscheibe von Terrorgruppen wie dem IS oder Boko Haram.

Stille weckt Interesse

Und gerade durch die Stille hatten die Menschengruppen eine Wirkung auf vorübergehende Passanten. So zum Beispiel in Basel, wo die Mahnwache zum ersten Mal mit erstaunlichen 80 Teilnehmenden stattfand. Etwa nach einer Viertelstunde waren am Marktplatz alle CSI-Infobroschüren verteilt.

Ähnlich verlief die Mahnwache in Zürich auf dem Züghusplatz mit über 50 Beteiligten.  «Viele Passanten zeigten Interesse am Info-Prospekt. Die Stille hat hier viel bewirkt. Denn die Leute sind sich diese nicht mehr gewohnt. Das macht sie neugierig», erklärt der Auslandschweizer Daniel, der während der Mahnwache Dutzende von Broschüren verteilt hatte. Auch Esther Müri aus Dietikon hat gerne an der Mahnwache teilgenommen:  «Ich bin durch Life Channel auf die Mahnwache gestossen. Die verfolgten Christen liegen mir sehr am Herzen.»

In Luzern wurde die Mahnwache von vier Organisationen getragen: Nebst CSI beteiligten sich dabei auch  «Pro Ecclesia», das  «Forum für eine fortschrittlichen Islam» sowie  «Neuer Rütlibund»,  «Pro Luzern» und die  «Schiitische Gemeinschaft Luzern». Diese breit abgestützte Kooperation trug Früchte: 70 Personen nahmen an der Mahnwache auf dem Bahnhofplatz teil.

«Vielleicht werde ich auch einmal verfolgt»

Erneut wurde die Mahnwache in Bern bei der Heiliggeistkirche durchgeführt. Die Teilnehmenden konnten sich um einen wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum gruppieren. Samuel Burkhalter aus Burgdorf meinte zu seinem Engagement:  «Es ist mir wichtig, für bedrängte Christen einzustehen und das Elend der Christenverfolgung bekannt zu machen.» Die verfolgten Christen beschäftigten auch Iris Spielmann aus Dulliken SO sehr.  «Vielleicht werde ich als Christ auch einmal verfolgt. Dann bin ich auch froh, wenn andere für mich einstehen. »

Eindrücklich war die Atmosphäre auch in Lausanne auf dem belebten Place-St-Laurent. Aus Neugier gingen etliche Passanten auf die stattliche Gruppe von rund 30 Teilnehmenden zu und interessierte sich für die Hintergründe der Mahnwache, die in Lausanne Premiere hatte. Die Info-Flyers wurden dankbar entgegengenommen. Überzeugend war das Statement einer teilnehmenden Frau:  «Ich bin hier dabei, um Solidarität mit den verfolgten Christen zu zeigen. Wir sind alle ein Leib.»

In Lugano fand die Mahnwache am 27. November auf der Piazza Dante statt. Unter den 15 Personen befanden sich auch einige Aramäer.

Reto Baliarda

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