Mit Bildung gegen die Armut

11. März 2016

Mitte Februar 2016 haben CSI-Mitarbeiterinnen Inés Wertgen und Corinne Germann die Projektpartnerinnen in Nicaragua besucht. Inmitten von Slums befinden sich die Konvente der Karmeliterschwestern. Unzählige Slumbewohner erfahren hier wertvolle und lebensnotwendige Hilfe.



In Nicaragua kann ein Viertel der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Zwar ist die öffentliche Schule kostenlos, doch das Bildungsniveau ist enorm tief. Hinzu kommt, dass viele Familien das Geld für die obligatorische Schuluniform wie für das Schulmaterial nicht bezahlen können.

Die Karmeliterschwestern legen grossen Wert auf Bildung und bieten deshalb – wenn finanziell möglich – eigene Vorschulen an. Sie sind für ein hohes Bildungsniveau bekannt. Die Kinder erhalten zusätzlich ein warmes Mittagessen. Viele dieser Kinder leiden oft an Mangelernährung und sind deshalb für eine tägliche Mahlzeit enorm dankbar.

Vielfältige Hilfe

Die Karmeliterschwestern leisten zusätzliche wichtige Hilfe. Führung von Heimen, Lebensmittelverteilung, gratis Konsultation bei der Ärztin und dem Zahnarzt des Konvents, sehr günstige Medikamentenbezüge, wichtige Hygieneanleitungen (durch mangelnde Hygiene entstehen viele Krankheiten), psychologische Betreuung, Begleitung bei Angelegenheiten mit den Behörden. Doch am wichtigsten ist ihre Präsenz inmitten der oft von Elend, Gewalt, Vernachlässigung und Korruption geprägten Gebiete.

Ein sicheres Zuhause

Narchani (8) ist ein Mädchen, das vom Ministerium für Familien in die Obhut der Karmeliterschwestern in Bluefields gebracht wurde. Dort führen die Schwestern ein Heim für verwahrloste Mädchen aus sehr abgelegenen Gebieten. Narchani wurde von der Mutter völlig vernachlässigt und von ihrem Stiefvater missbraucht.

Nun ist sie seit einigen Wochen im Heim und erfährt wohl zum ersten Mal Liebe und Respekt. Sie wird psychologisch betreut und geht zum ersten Mal zur Schule. Als wir sie sehen, begrüsst sie uns mit einem verschmitzten Lächeln. Auf den ersten Blick deutet nichts darauf hin, was für eine schwierige Vergangenheit dieses Mädchen bereits erleben musste. Wir freuen uns aber sehr, dass sie nun, im Schutz und in der Geborgenheit der Schwestern, Tag für Tag gesünder werden kann.

Wir sind sehr dankbar, dass wir mit den Karmeliterschwestern so wertvolle Partner in Nicaragua haben. Mittlerweile unterstützen wir an vier verschiedenen Orten ihre Arbeit.

Corinne Germann


CSI-Projekte in Nicaragua

Bluefields: Der Konvent in Puerto Bluefields wird seit anfangs 2013 von CSI unterstützt. Auch hier haben wir einen Teil des Gebäudes renoviert, damit verwahrloste Mädchen von sehr abgelegenen Gebieten betreut werden können.

  • Heim für momentan 18 Mädchen aus sehr armen Verhältnissen und abgelegenen Dörfern
  • Psychologische Betreuung, Schutz, Verpflegung, Schulbesuch, Zukunftsvorbereitung

Es freut uns sehr, dass mittlerweile einige Mädchen sich sehr gut entwickelt und bereits ein Studium begonnen haben. Es ist sehr ermutigend zu sehen, was aus den anfänglich sehr eingeschüchterten Mädchen geworden ist. Die Förderung des Selbstvertrauens und die Schulbildung hat für die Schwestern hohe Priorität. Besonders in den Gegenden, wo viel Gewalt und Ausbeutung herrscht, ist es umso wichtiger, dass die Mädchen nach aussen hin Grenzen stecken können und eine Selbstsicherheit ausstrahlen.

Puerto Cabezas: Der Konvent in Puerto Cabezas wird seit anfangs 2016 von CSI unterstützt. Hier wird ein Heim geführt, wo verwahrloste Mädchen aus abgelegenen Gebieten betreut werden können.

  • Heim für momentan 18 Mädchen aus sehr armen Verhältnissen und abgelegenen Dörfern
  • Psychologische Betreuung, Schutz, Verpflegung, Schulbesuch, Zukunftsvorbereitung

Santa Rosa: Auch die Arbeit des Konvents im Slumgebiet Santa Rosa (Managua) wird seit 1996 von CSI unterstützt.

  • Mittagstisch für Kinder (ca. 180 Kinder, 5 x wöchentlich)
  • Betreuung von ganz armen Familien mit Medikamenten und Lebensmitteln. Hygiene Anleitungen
  • Schulmaterial und Uniform für Kinder
  • Nähatelier für Jugendliche

Tipitapa: Die Arbeit im Konvent vom Slumgebiet in Tipitapa (15 km von Managua entfernt) unterstützt CSI seit 1996. Folgende wertvolle Arbeit wird dort ausgeübt:

  • Mittagstisch für ca. 40 Kinder, 5 x wöchentlich
  • Betreuung der Kinder und ihren Familien. Hygiene-Anleitungen
  • Apotheke: Medikamente für sehr günstige Preise, z.T. auch gratis
  • Ärztliche Betreuung: Konsultation zu tiefen Preisen, z.T. auch gratis
  • Zahnarzt: Konsultation zu tiefen Preisen, z.T. auch gratis
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Projekt Nicaragua