• Bangladesch

Nahrungsmittel für die Familien von benachteiligten Schülern

25. Mai 2020

Die Folgen des Lockdowns bringen Millionen von Menschen in Bangladesch an den Rand ihrer Kräfte. Unzählige haben ihre Arbeit verloren. Auch die Kinder der von CSI mitfinanzierten Schule in Bhaluka leiden mit ihren Familienangehörigen erdrückende Not. Dank einer Lebensmittelverteilung der CSI-Partner können die betroffenen Familien aufatmen.



Im bevölkerungsreichen Bangladesch leben über 161 Millionen Menschen auf einer Fläche, die mit 147‘630 Quadratkilometern etwa dreieinhalb Mal so gross ist wie die Schweiz. Klammert man die Kleinstaaten aus, ist Bangladesch das Land mit der weltweit grössten Bevölkerungsdichte. Im Schnitt leben 1‘093 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Coronavirus: Menschen leiden mehr unter dem Lockdown

Bei dieser extremen Bevölkerungsdichte ist es für die Einheimischen kaum möglich, sich an die Covid-19 Lockdown-Vorschriften zu halten und die soziale Distanz einzuhalten. Viel mehr als unter dem Virus leiden die Einheimischen aber ohnehin unter den katastrophalen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Wegen der seit 25. März 2020 geltenden landesweiten Ausgangssperre ist für abertausende einfache Arbeiter, Tagelöhner, Rikschafahrer, Hausangestellte oder auch Kleiderherstellerinnen die bescheidene Einkommensquelle über Nacht versiegt.

Auch den Menschen in den Dörfern geht es nicht besser. Viele leben als Tagelöhner von der Feldarbeit. Doch seit dem Lockdown können die Menschen nicht mehr auf die Felder arbeiten gehen. Ihr Verdienst ist weggebrochen. Die Betroffenen müssen nach wie vor in ihrer Armut und Tristesse ausharren. Denn wie verschiedene Zeitungen berichten, wurde der landesweite Lockdown in Bangladesch bis 30. Mai 2020 verlängert.

Schule für Mahlzeiten geöffnet   

Die von CSI mitfinanzierte Schule in Bhaluka, die zwei Fahrstunden nördlich der Hauptstadt Dhaka entfernt liegt und 100 Kindern eine Schulausbildung vom Kindergarten bis zur fünften Klasse ermöglicht, ist ebenfalls geschlossen. Seit zwei Monaten sitzen die Kinder zu Hause. Trotzdem kommen sie zwei bis drei Mal die Woche in die Schule, und zwar an jenen Tagen, an denen sie jeweils die warme Mahlzeit erhalten.

Mit erlaubter Distanz sitzen die hungrigen Kinder an den Tischen. Sie sind dankbar, dass die Mahlzeit trotz Schulschliessung nicht gestrichen wurde. Denn zu Hause gehen sie in dieser Zeit oft mit leerem Bauch zu Bett.

Doch die Nahrung bei der Ausgabe reicht derzeit nicht aus. Denn seit dem Lockdown kommen zusammen mit den 100 Schülerinnen und Schülern immer auch deren Mütter und Geschwister. Zu hunderten erscheinen sie mit knurrendem Magen, in der Hoffnung, auch noch etwas vom Essen abzubekommen. Viele von ihnen müssen jeweils wieder heimkehren, ohne etwas gegessen zu haben.

Lebensmittelpakete helfen über die schlimmste Not hinweg

Umso grösser war ihre Freude und Dankbarkeit, als sie kürzlich von CSI-Projektpartner William Samadder aufgefordert wurden, zum Schulareal zu kommen. Samadder und seine freiwilligen Helfer überreichten jeder Familie ein Hilfspaket. Die Lebensmittel (Reis, Mehl, Öl und Linsen), die Seife und andere Hygieneartikel reichen aus, um zwei Wochen zu überbrücken und den Hunger zu stillen. Gleichzeitig klammern sich die begünstigten Familien an die Hoffnung, dass am 30. Mai der Lockdown endlich gelockert wird und sie wieder eine Arbeit finden können.

Dankbar für die Hilfe

Antor Mia besucht die zweite Klasse der Schule in Bhaluka. Sein Vater arbeitet als Tagelöhner auf einem Reisfeld. Der Reis wurde im Februar gepflanzt; bis zur Ernte gibt es keine Arbeit. Normalerweise sucht sich Antors Vater in dieser Zeit einen Nebenverdienst in einer Fabrik oder als Rikschafahrer. Doch diese Möglichkeit besteht derzeit nicht.  Antors Familie konnte ihr Glück kaum fassen, als sie von den CSI-Partnern das grosse Nahrungsmittelpaket entgegennehmen konnte.

Eine unendliche Dankbarkeit stand auch Sadar Banu ins Gesicht geschrieben. Sadar ist die Grossmutter von Safikul Islam, der in der fünften Klasse ist. Safikuls Vater ist schwer krank und wird von der Grossmutter gepflegt. Die Corona-Krise hat die Situation noch verschlimmert: Aus Angst, angesteckt zu werden, bringt die Familie den Mann nicht mehr ins Spital. Das Lebensmittelpaket der CSI-Partner bedeutet für die notleidende Familie ausgesprochen viel.

Projektmanagerin Bangladesch

Hier können Sie für die verletzlichen Opfer der Corona-Pandemie spenden, vielen Dank.

Ihr Kommentar zum Artikel

Wir freuen uns, wenn Sie hierzu eine Rückmeldung oder Ergänzung haben. Themenfremde, beschimpfende oder respektlose Kommentare werden gelöscht.

Kommentar erfolgreich abgesendet.

Der Kommentar wurde erfolgreich abgesendet, sobald er von einem Administrator verifiziert wurde, wird er hier angezeigt.

Projekt Bangladesch