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Neue Lebensfreude für Bombenopfer

23. Januar 2015

Beim Selbstmordattentat der Taliban auf die Allerheiligenkirche in Peschawar kamen über 120 Christen ums Leben, viele wurden verletzt. CSI leistete Nothilfe und übernahm medizinische Behandlungs­kosten. Gunnar Wiebalck berichtet über drei Hilfsempfängerinnen nach ihren Operationen.



Im November 2014 war ich erneut bei den Verletzten des Bombenanschlags vom September 2013 in der Stadt Peschawar. Wegen des islamischen Aschura-Fests herrschte in dieser Hochburg der Taliban eine angespannte Atmosphäre. Dennoch war es möglich, alle von CSI betreuten Patienten zu besuchen und deutliche Fortschritte auf dem Weg ihrer Genesung zu registrieren. Drei von ihnen stelle ich hier gerne vor.

Die 40-jährige Sabra Zulfiqar fiel nach dem Bombenanschlag in eine tiefe Depression. Ein Bombensplitter zerstörte ihr das rechte Auge, weshalb sie ihren Beruf als Lehrerin aufgeben musste. Ihr Mann wurde an der Schulter verletzt, Tochter Natasha von Splittern am Bein und an den Armen getroffen. Ihre drei weiteren Kinder blieben Gott sei Dank unverletzt. Bei unserem Besuch bemerkten wir zum ersten Mal ein Lächeln in ihrem Gesicht.
Wir begegneten auch der ebenfalls 40-jährigen Shakeela Khalid, der ein Bombenteil fast alle Zähne zertrümmerte und die ihren Mann verlor. Die Hilfe von CSI ermöglichte mehrere Kieferoperationen und das Einsetzen von Zahnimplantaten.

Die kleine Mehak hat beim Bombenanschlag ihren Vater verloren. Sie selber erlitt schwere Verbrennungen am Hals und an beiden Armen. Heute ist sie fast völlig genesen. CSI hat die Kosten für die ärztliche Behandlung übernommen.

Mit mir zusammen freute sich auch unser pakistanischer Projektpartner, Pfarrer Latif (Name geändert), über die Fortschritte: «Ich habe durch die Mitarbeit bei den CSI-Aktionen eine neue Berufung gefunden. Es ist wunderbar zu sehen, wie sich an Leib und Seele Verletzte wieder aufrichten, wenn sie echte und nachhaltige Hilfe bekommen. In diese schwer getroffenen Menschen ist wirklich neues Leben eingezogen.» 

Projektleiter Gunnar Wiebalck

Mehr zum Anschlag auf die Allerheiligen-Kirche in Peschawar


Erneuter Grossanschlag in Peschawar

Seit dem Selbstmordanschlag vom 22. September 2013 auf die Allerheiligen-Kirche kamen bei weiteren Anschlägen der Taliban in Peschawar Dutzende Menschen ums Leben.

Am 16. Dezember 2014 überfielen Taliban eine Armeeschule für Soldatenkinder und richteten ein Blutbad an. Nach Militärangaben wurden 141 Personen getötet, unter ihnen 132 Schulkinder. Die Taliban erklärten, das Blutbad sei die Rache an der pakistanischen Armee, die gegen ihre Familien vorgehe. Die islamistischen Taliban verbreiten in Pakistan seit Jahren Angst und Schrecken.

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