• Indien

Neues Leben nach der Operation

26. November 2015

Ihr Gesicht war völlig entstellt, die rechte Hälfte bis zur Unkenntlichkeit angeschwollen. Urmila Digal litt an einem Gesichtstumor. Dank der Unterstützung von CSI konnte die Geschwulst bei ihr entfernt werden.



Als CSI-Mitarbeiter Urmila in Bhubaneswar (Hauptstadt im Bundesstaat Odisha) besuchten, musste sich die 56-Jährige überwinden, um ihr bedecktes Gesicht zu enthüllen. Der Anblick war erschreckend: Urmilas rechte Gesichtshälfte war durch einen Tumor wie ein aufgeblasener Ballon angeschwollen.

Ganz zu schweigen davon, welch qualvolle Schmerzen und Entbehrungen sie tagtäglich aushalten musste. «Das Schicksal dieser armen Frau hat uns mitgenommen», so CSI-Projektleiterin Inés Wertgen, die Urmila ein Jahr zuvor zum ersten Mal in ihrem Dorf begegnet war, in welchem benachteiligte Christen unterstützt werden.

Hilfe war ungenügend

Dabei bewegte sich Urmila Digal seit längerem auf der Schattenseite des Lebens: Vor zehn Jahren starb ihr Mann an einer Leber-Zirrhose. Mit einer minimalen staatlichen Unterstützung musste sie fortan ums Überleben kämpfen und auch ihre körperlich handikapierte Tochter Rashmita Pradhan über die Runden bringen.

In dieser ohnehin schon schwierigen Lage wurde Urmila noch von einer schlimmen Erkrankung heimgesucht. Ihre rechte Backe schwoll an, was unerträgliche Schmerzen verursachte. Der Versuch des lokalen Gesundheitszentrums, die Erkrankung unter Kontrolle zu bringen, scheiterte. Und die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand war zu gering für eine Behandlung durch Spezialisten.

So verschlechterte sich der Zustand der Witwe zusehends, bis sie schliesslich kaum mehr essen konnte. Rashmita war völlig niedergeschlagen und rechnete schon damit, dass ihre Mutter nicht mehr lange leben würde.

Unbürokratischer Entscheid

In Urmilas scheinbar auswegloser Situation kontaktierte ihre Familie die CSI-Partnerorganisation IEA (International Evangelical Association). IEA reagierte rasch und brachte die erkrankte Frau in ein Spital von Bhubaneswar. In der Notfall-Abteilung diagnostizierten die Ärzte einen Gesichtstumor. Es bestand kein Zweifel, dass die Geschwulst entfernt werden musste, um das Leben von Urmila zu retten.

Zwei Tage vor der Operation, am 29. November 2014, trafen Urmila und Tochter Rashmita auf die CSI-Mitarbeiter. «Der Anblick schmerzte uns sehr. Doch die Begegnung war sehr herzlich. Mit einer Umarmung drückte ich meine tiefe Anteilnahme aus», so Inés Wertgen.

100 Tage im Spital

Die Operation verlief erfolgreich. Nach 100 Tagen konnte Urmila das Krankenhaus verlassen.

Heute geht es Urmila dank der Unterstützung von IEA und CSI den Umständen entsprechend gut. Für die medizinische Betreuung ist sie sehr dankbar. «Ich bin so glücklich, dass ich wieder richtig essen und auch den Haushalt ohne grössere Schwierigkeiten meistern kann.»

Reto Baliarda


Hilfe für die Opfer

Urmila stammt aus einem kleinen christlichen Dorf im Distrikt Kandhamal (Bundesstaat Odisha). Am 25. August 2008 richtete ein wütender Mob von Hindu-Extremisten in Kandhamal eine veritable Verwüstung an. Über 100 Christen kamen ums Leben, dutzende Kirchen und ca. 4000 Häuser wurden verbrannt. Als Folge davon wurden 50 000 Christen obdachlos. CSI leistet Hilfe für diese Opfer. 

 

Ihr Kommentar zum Artikel

Wir freuen uns, wenn Sie hierzu eine Rückmeldung oder Ergänzung haben. Themenfremde, beschimpfende oder respektlose Kommentare werden gelöscht.

Kommentar erfolgreich abgesendet.

Der Kommentar wurde erfolgreich abgesendet, sobald er von einem Administrator verifiziert wurde, wird er hier angezeigt.

Projekt Indien