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Petition: Der Bundesrat muss helfen, die Armenier in Berg-Karabach zu schützen

21. Oktober 2020

Nach dem durch Russland durchgesetzten Waffenstillstand vom 9. November sieht die Lage für die Armenier in Berg-Karabach äusserst düster aus. Über 100‘000 Menschen sind geflohen. Viele Gebiete werden nun von Aserbaidschan beherrscht. CSI appelliert an den Bundesrat, sich für den Schutz der Armenier in Berg-Karabach einzusetzen. Im Namen der Vertriebenen bitten wir Sie, gemeinsam mit uns die nachstehende Petition zu unterschreiben.



 


Bitte bekunden Sie Ihre Solidarität mit den Menschen in Berg-Karabach, indem Sie Ihren Namen in der nachstehenden Petition eintragen.

Bundesrat Ignazio Cassis
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten – EDA
Bundeshaus West
3003 Bern

 

Sehr geehrter Herr Bundesrat

 

Ich schreibe Ihnen betreffend des zerstörerischen Kriegs in Berg-Karabach, der von einer anti-armenischen Koalition aus türkischen und aserbaidschanisch-türkischen Streitkräften zusammen mit Dschihadisten aus Syrien begonnen wurde.

Mit jedem Tag, der verstreicht, verschärft sich die humanitäre Krise. Dies wird durch Berichte des IKRK, CSI-Partnern und Kontakten vor Ort bestätigt. Darüber hinaus besteht die ernsthafte Gefahr, dass bald ein weiterer Meilenstein im historischen Völkermord an den Armeniern überschritten wird, wenn die Gross- und Regionalmächte nicht rasch und adäquat handeln. Wenn Ilham Aliyev,  der Präsident von Aserbaidschan, sein Volk im nationalen Fernsehen aufwiegelt, indem er die Armenier als «Hunde» bezeichnet, können wir sicher sein, dass die Bedingungen für den Völkermord heranreifen.

CSI fordert Sie mit Nachdruck auf, der Prävention und dem Schutz vor dem Völkermord in Übereinstimmung mit den internationalen Instrumenten und der raschen Bereitstellung humanitärer Hilfe hohe Priorität einzuräumen. Wir vertrauen darauf, dass die Ausfuhr von Schweizer Kriegsmaterial an die anti-armenische Koalition, egal ob tödlich oder nicht-tödlich, streng verboten wird. CSI ermutigt die Schweizer Regierung zudem, das Selbstbestimmungsrecht der gefährdeten Bevölkerung von Berg-Karabach zu anerkennen, wie sie es im Fall des Kosovo getan hat.

Hochachtungsvoll,

John Eibner

 

Bundesrat Ignazio Cassis
Federal Department of Foreign Affairs – FDFA
Bundeshaus West
3003 Bern

 

Bundesrat Cassis

I write concerning the destructive war in Nagorno-Karabakh, launched by an anti-Armenian coalition made up of Turkish and Azeri-Turk armed forces, together with jihadist fighters from Syria.

With each passing day, the humanitarian crisis becomes more acute. This is confirmed by reports of the ICRC and CSI’s partners and contacts on the ground. There is, moreover, a grave danger that another milestone in the historic Armenian Genocide will soon be passed unless the great and regional powers act appropriately with speed. When the President of Azerbaijan Ilham Aliyev incites his people on national television by referring to the Armenians as “dogs”, we can be sure that conditions for genocide are ripening.

CSI urges the Federal Government to place high priority on genocide prevention and protection, in accordance with the international instruments, and the rapid delivery of humanitarian aid. We trust that the transfer of Swiss military equipment to the anti-Armenian coalition, be it lethal or non-lethal, will be strictly prohibited. CSI would also encourage Switzerland to recognize the right of self-determination for the endangered people of Nagorno-Karabakh, as it did in the case of Kosovo.

Sincerely,

 

John Eibner


* obligatorische Angaben

Die Petition wurde 390 mal unterzeichnet.

Am 27. September 2020 eröffnete Aserbaidschan eine neue Phase des armenischen Völkermords, indem es eine Militäroffensive gegen die armenisch-christliche Bevölkerung von Berg-Karabach startete. Aserbaidschan ist assoziiertes Mitglied der NATO und sowohl Mitglied der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) als auch des Türkischen Rates.

Militärische Überlegenheit mit ausländischer Hilfe

Die aserbaidschanische Armee wird militärisch vom NATO-Mitglied Türkei und syrischen Dschihadisten unterstützt. Hochentwickelte Waffen, insbesondere Drohnen, die von Israel zur Verfügung gestellt werden, verschaffen Aserbaidschan einen militärischen Vorteil. Aserbaidschanische Truppen drangen tief in Berg-Karabach ein. Sie nahmen zivile Bauwerke wie Einfamilienhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, aber auch die Strom- und Wasserversorgung ins Visier.

Über 100‘000 Zivilisten geflohen

Die Hauptstadt von Berg-Karabach, Stepanakert, liegt nach dem aserbaidschanischen Raketenbeschuss grösstenteils in Schutt und Asche. Über 100‘000 Zivilisten – mehr als die Hälfte der Bevölkerung Karabachs – wurden in diesem Krieg der ethnisch-religiösen «Säuberungen» zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. 

Am 9. November 2020 beschloss Russland einen Waffenstillstand, entsandte friedenserhaltende Truppen nach Berg-Karabach und beendete damit vorerst die aserbaidschanische Offensive. Doch die Einstellung der Feindseligkeiten ist sehr fragil, und die humanitäre Not gross. In allen Gebieten, die Aserbaidschan jetzt kontrolliert, leben nun keine Armenier mehr.

CSI gelangt mit drei Forderungen an den Bundesrat. Er soll damit helfen, die Armenier in Berg-Karabach zu schützen. Konkret fordern wir den Bundesrat mit Nachdruck auf:

  1. der Prävention und dem Schutz vor dem Völkermord in Übereinstimmung mit den internationalen Instrumenten hohe Priorität einzuräumen
  2. die Ausfuhr von Schweizer Kriegsmaterial an die anti-armenische Koalition, egal ob tödlich oder nicht-tödlich, strengstens zu verbieten
  3. das Selbstbestimmungsrecht der gefährdeten Bevölkerung von Berg-Karabach anzuerkennen, wie es der Bundesrat im Fall des Kosovo getan hat

 

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Christof Dörig

22.10.2020 18:06

Es ist zwingend notwendig, dass die internationale Gemeinschaft diesen ungerechten Angriffskrieg gegen die Armenier sofort unterbindet. Wo bleibt da die USA?? Wo bleibt die EU?? Ich hoffe wenigstens auf unser geliebtes Russland.


Peter Zbinden

02.11.2020 18:35

Versuchen wir einen weiteren Genozid an den Armeniern zu verhindern, so wie ihn die Türkei schon im 1915 an mehr als 1 Million Armeniern verübt hat.


Peter Ruepp

08.11.2020 09:56

Es ist schon seit Jahrhunderten so: Der kriegerische und gewalttätige Islam bekämpft das Christentum und wir in den sicheren Ländern schweigen meist dazu! Und nicht nur das: Wir schweigen weil uns die Handelsbeziehungen mit diesen Ländern wichtiger sind als das Wohlergehen unserer Glaubensgeschwister die in Not sind. Eine grosse Schande, die wenigstens durch ein mutiges Wort unseres Bundesrates an die Verfolger abgemildert würde. Und: Grenzen auf für diese verfolgten Berg- Karabacher - Christen!


Helena Miethlich

08.11.2020 14:48

Ich unterstütze mit meine Unterschrift diese grosse not sofort zu beenden. KEIN GENOZID MEHR


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