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Schüler überquerten die Alpen – um Sklaven zu befreien

09. November 2015

Eine viertägige, kräftezehrende Wanderung, damit Sklaven freigekauft werden können: Dieses ehrgeizige Ziel hatten sich die 14 Schülerinnen und Schüler von Stefan Dudli gesetzt – und erreicht. Unter dem Motto «Walk for Freedom» sammelten sie 2800 Franken für die CSI-Sklavenbefreiung im Südsudan.



Nichts Geringeres als eine Alpenüberquerung stand auf dem Programm des Klassenlagers, das die erste Oberstufe der Stiftung SalZH (Schulalternative Zürich) vom 15. bis 19. Juni durchführte. Die anspruchsvolle Wanderung führte von Trin Mulin (GR) nach Ilanz, dann weiter über Vella, Pass Diesrut (2428 m.ü.m.) und die Terihütte bis nach Campo Bosco im Tessin. Am letzten Tag genoss die Schulklasse die verdiente Abkühlung im Schwimmbad Locarno.

Herr Dudli, vielen herzlichen Dank! Mit «Walk for Freedom» haben Sie ein grandioses Projekt realisiert. Welches ist der Höhepunkt dieses unvergesslichen Klassenlagers?

Der Höhepunkt war sicher, als wir in Campo Bosco ankamen und ich allen zur bestandenen Alpenüberquerung gratulieren konnte. Es war den Schüler/-innen freigestellt, die Wanderung abzubrechen. Doch trotz Blasen, Rückenschmerzen, Zeckenbissen, Nasenbluten, Schnee und anderen Unannehmlichkeiten haben alle durchgehalten. Sie wussten, dass mit jedem Kilometer, den sie länger durchhielten, mehr Geld für die Sklavenbefreiung zusammenkommen würde. Das motivierte sie.

Super! Sie hatten bereits vor drei Jahren mit «Walk for Freedom» Sklaven befreit. Was motivierte Sie für die Neuauflage dieser Aktion?

Ich thematisiere in meinen Klassen jeweils die Geschichte der Sklaven. Dabei betrachten wir auch die Situation heute mit der modernen Sklaverei. Die Schüler waren betroffen und suchten nach Wegen, aktiv etwas gegen das Unrecht zu tun. Da sie von der letzten Klasse über den «Walk for Freedom» gehört hatten, war die Entscheidung schnell gefallen.

2800 Franken haben Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern für die Befreiung von Sklaven im Südsudan gesammelt. Wie viel hat die grossartige Aktion «Walk for Freedom» der Schulklasse gebracht?

Sehr viel. Mir ist es für die persönliche Entwicklung der Teenager wichtig, dass sie lernen, durchzuhalten. Das ist ein Schlüssel für den Erfolg im Leben. Das Wegschauen von den eigenen Sorgen bewirkt zudem eine tiefe Zufriedenheit bei den Jugendlichen. Das zeigen auch die Echos zu «Walk for Freedom». Eine Schülerin formulierte es so: «Ich fühlte mich die ganze Zeit über so frei.» Eine andere schrieb: «Gott möchte, dass wir Menschen frei sind. In jeder Hinsicht. Das habe ich in diesem Lager verstanden.»

Reto Baliarda

www.salzh.ch

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