• Südsudan

Seit Unabhängigkeit vier Feiertage an Ostern

05. April 2020

Für die südsudanesische Pastorin Mary ist Ostern eine Zeit des intensiven Gebets und der inneren Heilung mit über 300 Christen in ihrer Kirche. Auch freut sie sich auf ein feines Festmahl zuhause.



Wegen der Corona-Krise können die Oster-Gottesdienste nicht wie vorgesehen durchgeführt werden.

CSI: Was bedeutet Ostern für Dich und wie feiert Ihr diese Tage in Deiner Kirche?

Pastorin Mary Abuk Aleu: An Ostern spüre ich Gottes Liebe noch stärker. An diesen Tagen wird mir besonders bewusst, dass Jesus für mich am Kreuz gestorben ist. Diese frohe Botschaft steht auch im Zentrum der Ostergottesdienste in meiner Kirche.

Vor Ostern fasten wir 40 Tage, um unseren Geist zu erneuern. Am Ostermorgen marschieren wir gemeinsam durch die Strassen. Vor dem Eingang der Kirche legen wir ein Kleidungsstück nieder. Wir Pastoren betreten die Kirche, gefolgt von den Gemeindemitgliedern. Dabei schreiten wir alle über die Kleider, so wie Jesus es auf dem Esel getan hat, als er in Jerusalem einzog. Zusammen singen und beten wir mit grosser Hingabe.

Wie viele Gläubige besuchen an Ostern Deine Kirche in Mabior Anguei*?

An Ostern ist unsere Kirche mit gut 300 Personen zum Bersten voll. Einige Leute müssen gar draussen sitzen.

Wie erlebst Du Ostern zuhause?

Wir ziehen die schönsten Kleider an. Wir ermutigen uns gegenseitig und meiden beleidigende Worte. Wir bereiten ein feines Festmahl zu, wofür eine Ziege geschlachtet wird.

Sind Ostern im Südsudan allgemeine Feiertage?

Ja, seit der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 sind Ostern bei uns vier gesetzliche Feiertage. Schulen, öffentliche Ämter und Läden bleiben geschlossen, damit alle Ostern erleben können. Dafür sind wir Gott dankbar. Als wir noch Teil des Sudans waren, verbot die islamische Regierung uns Christen, Ostern zu feiern.

Welche Osterbotschaft möchtest Du uns weitergeben?

Ostern ist die Zeit der gegenseitigen Vergebung. Ich erneuere mein Leben nach 40 Tagen Fastenzeit und bringe meine Beziehung zu Gott in Ordnung. Sowohl an Ostern als auch das ganze Jahr hindurch hat uns Gott dazu berufen, rechtlosen Menschen eine Stimme zu geben. Durch die Sklavenbefreiung vollbringt CSI die grösste Glaubenstat, weil sie für die Betroffenen die gottgegebene Menschenwürde wiederherstellt.

Reto Baliarda

*Dorf nördlich von Aweil im Norden des Südsudan


«Den befreiten SklavInnen die Liebe Jesu offenbaren»

Pastorin Mary arbeitet seit vielen Jahren mit CSI zusammen. Sie berichtet: «Unser Volk wurde von Arabern entführt und im Sudan zwangsislamisiert. Es ist mein Herzensanliegen, den befreiten Sklaven nach der Rückkehr in den Südsudan die Liebe Jesu zu offenbaren. Gott hat mich berufen, an jedem Empfang von befreiten Sklaven bei meinem Volk zu sein.»

 

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Projekt Südsudan