Sklavenbefreiung mit Stiftungsrat

16. April 2014

Stiftungsrat Markus Weber half bereits bei 18 Sklavenbefreiungsaktionen im Sudan mit.



«1998 flog ich das erste Mal in den Sudan», erinnert sich Markus Weber, seit 2011 CSI-Stiftungsrat. Damals habe es nur wenige befahrbare Strassen gegeben. «Wir mussten oft bis zu 30 Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen», sagt er, «und das bei 40 Grad». Die Hitze, das Wohnen in Zelten und auch das Essen seien gewöhnungsbedürftig gewesen.

Markus Weber hat Erfahrung in dieser Region, arbeitete er doch in den 80er Jahren für eine Missionsgesellschaft im Sudan. «Ich bin sehr froh, dass ich mit CSI wieder in dieses Gebiet fahren kann.» Er sehe, «dass jeder Franken dort ankommt, wo er hin muss». Auf den Reisen hilft Markus Weber dort mit, wo gerade Not am Mann ist. Er fotografiert zum Beispiel ehemalige Sklaven und macht Interviews.

«Idealer Reisegefährte»

John Eibner schätzt die Unterstützung von Markus Weber sehr. Man merke, dass er die Region kenne: «Seine Begegnungen mit Südsudanesen waren beiderseits von Interesse und Wertschätzung geprägt.» Markus Weber habe die Bereitschaft, sich seit Jahren den Unannehmlichkeiten und Gefahren im Sudan auszusetzen. Gerade in früheren Jahren während des Bürgerkriegs geriet das CSI-Team manchmal in brenzlige Situationen. Das grösste Risiko sind jedoch Krankheiten, von denen auch Markus nicht verschont blieb.

«Jedes Mal berührt»

Inzwischen war Markus Weber bereits bei 18 Befreiungsaktionen dabei. Was motiviert ihn dazu? «Es ist für mich immer ein Höhepunkt zu sehen, wie die Rückkehrer gemeinsam tanzen und feiern und wie sie schliesslich erhobenen Hauptes mit dem Startsack und einer Ziege davongehen», beschreibt er das Bild, das ihn jedes Mal wieder berührt. «Wir konnten ihnen nicht nur die Freiheit wiedergeben, sondern auch ein Stück ihrer Würde.»

Autoren: Luise Fast | Adrian Hartmann

 


 

Abuk Garang Thiep

Als Kind entführt und in den Norden des Sudan gebracht; versklavt in Karega, Darfur; Sklavenhalter: Adam Adam; muslimischer Name: Nunu Adam; überlebte eine Schusswunde an der Brust; beschnitten; misshandelt; vergewaltigt; Mutter zweier Kinder, die ihr weggenommen wurden; im Februar 2014 von CSI befreit und mit Startsack und Milchziege ausgerüstet.

 

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Projekt Südsudan