Sonia Garro nun unter Hausarrest

20. Februar 2015

Wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte war Sonia Garro seit März 2012 unschuldig im Gefängnis. Ende 2014 wurde sie endlich aus dem Gefängnis entlassen – steht jedoch seitdem unter Hausarrest.



Es ist ein Zwischenerfolg, zu dem vielleicht auch Sie beigetragen haben: Im Dezember 2014 wurden Sonia Garro Alfonso, ihr Ehemann Ramón Alejandro Muñoz und Nachbar Eugenio Hernández Hernández aus dem Gefängnis entlassen. Damit ist Kuba ein Stück weit den internationalen Forderungen – auch CSI hat dreimal zu Protestkarten-Aktionen aufgerufen – nachgekommen. Ich erinnere mich an den blinden Christen Juan Carlos Gonzalez Leyva, für dessen Freilassung sich CSI ebenfalls eingesetzt hatte, als er im März 2002 festgenommen wurde. Nach zwei Jahren Haft entliessen ihn die kubanischen Behörden aus dem Gefängnis und stellten ihn unter Hausarrest – wohl um das Gesicht zu wahren. Nach einigen Monaten erfolgte seine endgültige Freilassung. Hoffen wir, dass es auch bei den drei Menschenrechtlern so geht.

Gewissensgefangene gibt es auf Kuba inzwischen noch etwa hundert. Die Anzahl kurzzeitiger Inhaftierungen stieg jedoch 2014 auf 8899 Fälle, über die Hälfte betraf Frauen. Nur einen Tag nach Sonias Freilassung nahmen die Behörden 90 Damen in Weiss kurzzeitig fest. Auch Sonia gehört zu dieser Menschenrechtsbewegung von weiss gekleideten Frauen, die seit ihrer Gründung 2003 friedlich für die Befreiung von Gewissensgefangenen und Demokratie demonstrieren. Ihr Mann Ramón ist Mitglied der Unabhängigen Afro-Kubanischen Stiftung. Das Ehepaar und ihr Nachbar Eugenio wurden im März 2012 festgenommen, als sie an einer Kundgebung teilnehmen wollten. Ihnen wird «Störung der öffentlichen Ordnung» und gar «versuchter Mord» vorgeworfen. Das Verfahren läuft weiterhin, der Gerichtstermin wurde bereits viermal verschoben. Bleiben wir dran, bis sich Sonia, Ramón und Eugenio nicht nur in völliger Freiheit befinden, sondern sich auch friedlich für die Menschenrechte einsetzen dürfen! 

Max-Peter Stüssi 

Quellen: Amnesty International | Internationale Gesellschaft für Menschenrechte

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