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Trotz Angst: Christliche Journalistin kämpft für Toleranz

24. Dezember 2019

Die christliche Journalistin Gonila Hassnain wird seit Jahren bedrängt, weil sie nicht zum Islam konvertiert. Zudem hat sie ihren Sohn als Christ registriert, obwohl ihr Mann Muslim ist. Nun wurden die Anfeindungen so stark, dass Gonila ihre Stelle aufgab. CSI ruft zur Ermutigungsaktion für die Familie auf.



Es ist eine ungewöhnliche Ehe im mehrheitlich muslimischen Pakistan: Die Christin Gonila Hassnain, geborene Gill, ist mit dem Muslim Hassnain Jamil verheiratet. Die beiden finden das so in Ordnung. Doch als sie ihre zivil geschlossene Ehe im Januar 2015 mit einer kirchlichen Trauung öffentlich machen, schlägt ihnen nicht nur Unverständnis, sondern offene Ablehnung entgegen.

Ich bleibe Christin!

Von Gonila wird erwartet, dass sie zum Islam konvertiert, wie das Christinnen bei der Heirat mit einem Muslim in der Regel tun müssen. Hassnain wird als «Kuffar» (Ungläubiger) beschimpft, weil er als Muslim duldet, dass seine Frau Christin bleibt. Dass das Paar zunächst keine Kinder bekommt, führt zu weiteren Vorwürfen: Sie werde erst Kinder haben, wenn sie konvertiere, sagt Gonilas Umfeld. Gonila ist Journalistin. Sie hat ihren Mann, ebenfalls Journalist, bei der Arbeit kennengelernt.

Die feindseligen Bemerkungen rütteln nicht an ihrem Glauben. Wie stark dieser ist, bezeugt sie einige Wochen nach der geheimen Zivil-Trauung auf Facebook: «Ich bin Christin. Ihr könnt mich verspotten. Ihr könnt mich foltern. Ihr könnt mich töten. Aber ihr könnt meine Überzeugung nicht ändern.»

Trotz muslimischem Vater: Sohn wird Christ

2018 bringt die Christin Gonila einen Sohn auf die Welt: Abraham. Nach Auffassung von Gonila und Hassnain soll Abraham als Volljähriger selber entscheiden, welchen Glauben er haben will. Doch das pakistanische Gesetz verlangt den Eintrag der Religionszugehörigkeit auf Geburtsurkunde und Identitätskarte. Hassnain überlässt den Entscheid seiner Frau – schliesslich war sie neun Monate mit Abraham schwanger. Der Junge wird als Christ registriert.

Gonila erzählt uns am Telefon, wie ihr Mann von allen Seiten harsch kritisiert wurde. «Wie kannst du deinem Sohn so etwas antun!», warfen ihm selbst die Behörden vor. Bereits wurde diskutiert, wo der Junge in die Schule gehen und wen er heiraten werde. Gonila ist darüber entsetzt: «Lasst das Kind doch einfach mal leben und gross werden!»

Ihr Mann halte trotz diesem Druck zu ihr. Seine Liebe zu Gonila ist ihm wichtiger als die Religionszugehörigkeit. Er sei der Überzeugung, dass Gott alle gleich geschaffen habe und man allen Menschen respektvoll begegnen müsse.

Die Angst ist gross

Gonila selber wurden die Anfeindungen zu viel: Sie kündigte. Und machte die Gründe dafür öffentlich: «Die Leute sollen wissen, wie schwer interreligiöse Paare es haben und dass es für sie hier keine Toleranz, geschweige denn Akzeptanz gibt.» Gonila wird mit Drohungen eingedeckt. Auch ihr Mann bleibt aus Sicherheitsgründen vorübergehend zu Hause. «Wir hoffen, dass sich der Sturm bald legen wird», erzählt Gonila. «Gleichzeitig befürchten wir, dass die Drohungen noch zunehmen.» Sie appelliert an den pakistanischen Staat, Familien wie ihre zu schützen.

Gonila und ihr Mann werden von Medienanfragen überhäuft, gerade auch aus Indien, wo viele Pakistan als Erzfeind betrachten. «Ich gebe ihnen keine Auskunft, weil ich weiss, dass sie unsere Geschichte nur für ihre eigenen Zwecke verwenden wollen», sagt uns Gonila. Dass CSI ihre Geschichte weiterverbreitet, begrüsst sie dagegen. Sie freut sich sehr auf die angekündigten Solidaritätskarten: «Wir haben solche Ermutigung in der jetzigen Zeit sehr nötig.»

Adrian Hartmann

 


 

Solidaritätsbotschaft für Gonila

Wir ermutigen Sie,  für Gonila und ihre Familie eine Solidaritätsbotschaft zu schreiben. Gerne können Sie die Botschaft an folgende Mailadresse zustellen: adrian.hartmann@csi-schweiz.ch

Sie können auch gerne hier direkt eine Solidaritätsbotschaft als Kommentar hinterlassen. Wir werden sie an Gonila weiterleiten. 

 

Ihr Kommentar zum Artikel

Dr. Christoph Heger

Es ist auch in Europa angebracht, endlich das herrschende islamische Recht zur Kenntnis zu nehmen, und zwar mit Protest!. Danach kann ein Muslim eine Christin, Jüdin, Zoroasteranhängerin - als ein Mitglied des "Volkes der (heiliigen) Schrift ("ahl al-kitab") - zur Ehefrau nehmen. Es ist nicht notwendig, dass sie vorher oder nachher zum Islam übertritt. Wohl aber wird erwartet, dass Kinder aus dieser Ehe Muslime sind. Andernfalls gelten sie als Abtrünnige ("murtadduna"), die mit Beginn ihrer Strafmündigkeit der Androhung der Todesstrafe unterworfen sind. Zuvor unterliegen die Eltern der Strafbarkeit, weil sie ihrer Pflicht nicht nachkommen, ihre Kinder im Islam großzuziehen.


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