Weihnachtstage voller Gewalt

11. Januar 2018

Unter der aktuellen Regierung Indiens verzeichnen CSI und andere Beobachtungsstellen einen deutlichen Anstieg von Angriffen gegen religiöse Minderheiten. Allein über die Weihnachtszeit sind laut dem «United Christian Forum for Human Rights» (UCFHR) 42 Übergriffe gegen Christen registriert worden. Die Dunkelziffer liegt jedoch viel höher.



«Es wirft kein gutes Licht auf die Religionsfreiheit in Indien, wenn in vielen Teilen des Landes Weihnachten unter Polizeischutz oder unter Einschreiten der Polizei gefeiert wird», so John Dayal, Menschenrechtsaktivist und ehemaliges Mitglied der indischen Regierung. Laut UCFHR wurden allein 42 Angriffe gegen Christen während der Weihnachtszeit offiziell registriert – die Dunkelziffer liegt dabei viel höher. Denn es ist leider oft so, dass die Polizei sich häufig weigert, Attacken von Hindu-Extremisten offiziell zu registrieren. Nicht selten dreht die Polizei den Fall sogar um und macht die Opfer zu Tätern. So sind christliche Minderheiten schutzlos gegenüber Übergriffen von Hindu-Extremisten ausgeliefert.

Unter Beobachtung von Hindu-Extremisten

Pastor David Amarnath aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh berichtet über einen solch schlimmen Vorfall. Mitte Dezember 2017 wollte er zusammen mit zirka 50 Gemeindemitgliedern einen Übergriff gegen seine Kirche auf der Polizeistation melden. Doch der Polizist weigerte sich, den Fall zu registrieren und entgegnete ihm: «Es ist ganz einfach. Die BJP-Regierung (Bharatiya Janata Partei) regiert nun. Ihr könnt euch nicht mehr zum Beten versammeln. Die lokalen Hindu-Aktivisten sowie die Gruppen der RSS (Rasthtriya Swayamsevak Sangh, eine radikale Hindu-Organisation) sind jetzt über eure Aktivitäten informiert – sie sind hinter euch her. Nicht einmal wir können euch mehr helfen.»

CSI hilft auf verschiedenen Ebenen

Minderheiten können allein auf die Hilfe von Organisationen hoffen, die sich z.B. auf juristischer Ebene für ihre Rechte einsetzen, denn laut Gesetz gilt in Indien Religionsfreiheit. CSI ist seit 2013 in Indien tätig und unterstützt die christlichen Minderheiten in elf Bundesstaaten Indiens: Auf juristischer Ebene, mit Hilfsgütern sowie durch Workshops und Schulungen, in denen Minderheiten über ihre Rechte informiert und geschult werden. Eine landesweite Notfallnummer sorgt dafür, dass Opfer aus allen Teilen Indiens – vor allem auch aus weit abgelegenen Gebieten – Angriffe melden und Hilfe erhalten können.

Corinne Germann / Morning Star News

 


 

 

Prekäre Lage für Christen

Durch Infiltration des Hindu-extremistischen Gedankenguts in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zielt die amtierende BJP-Partei auf einen 100-prozentigen Hindustaat per 2021. Andere Weltanschauungen und Religionen haben somit keinen Platz mehr in Indien. Es vergeht kein Tag, an dem uns nicht Nachrichten von Übergriffen auf Christen und anderen religiösen Minderheiten erreichen. Wie traurig, dass ausgerechnet in der grössten Demokratie der Welt das Grundgesetz der Religionsfreiheit immer weniger ausgeübt werden kann.

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