• Nicaragua

Wirbelstürme rauben Zehntausenden ihr letztes Hab und Gut

26. November 2020

Zwei Wochen lang wurde Nicaragua von heftigen Wirbelstürmen heimgesucht. Die beiden Hurrikane Eta und Iota zerstörten tausende Häuser und setzten ganze Landstriche unter Wasser. Über 150’000 Menschen wurden zu Obdachlosen. Sie leiden an Hunger und an akutem Trinkwassermangel. CSI unterstützt die Partner vor Ort, die bereits über 1000 Menschen mit Mahlzeiten versorgt haben und dutzenden Familien Unterschlupf gewähren.



Es sind apokalyptisch anmutende Bilder, die von den Partnern in Nicaragua, den Ordensschwestern, an CSI weitergeleitet wurden: Quartiere, die durch die Wirbelstürme total verwüstet wurden, Häuser, die in unbrauchbare Einzelteile zerlegt wurden. Besonders unter die Haut gehen aber vor allem Bilder von Menschen, die mit ihren letzten Habseligkeiten durch die Wassermassen waten und sich irgendwo in Sicherheit bringen müssen.

Es sind Zehntausende, die teilweise mit Booten gerettet werden mussten. Ihre Existenz wurde mit einem Schlag vernichtet. Ihre bescheidenen Behausungen wurden von den Wirbelstürmen weggefegt.

Vom 3. bis 16. November wurde Nicaragua von zwei äusserst wuchtigen Hurrikanen, Eta und Iota, getroffen. Die verheerenden Stürme mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern haben vor allem an der Ostküste Nicaraguas eine unbeschreibliche Zerstörung verursacht. Besonders hart hat es Gebiete getroffen, in denen die Einwohner zu einem grossen Teil ohnehin schon unter der Armutsgrenze leben. Auch die Städte Bluefields und Puerto Cabezas, in denen CSI Hilfsprojekte führt, wurden arg in Mitleidenschaft gezogen.

Laut offiziellen Angaben von Behörden in Nicaragua wurden nach den Wirbelstürmen über 150‘000 Menschen obdachlos. Mindestens 21 Personen sind beim folgenschweren Unwetter ums Leben gekommen. Es seien die schlimmsten Hurrikane, die jemals über Nicaragua hinweggefegt sind.

Verzweiflung könnte in Gewalt umschlagen

Zehntausende Opfer der Hurrikane stehen vor dem Nichts. Viele von ihnen sind völlig auf sich allein gestellt und erhalten kaum Hilfe. Dieses Schicksal hat auch eine junge Frau getroffen, deren Behausung komplett vernichtet wurde. In einem Video, das die Ordensschwestern in Nicaragua aufgezeichnet haben, bittet sie verzweifelt um Hilfe:  «Ich bin jetzt auf der Strasse und habe keinen Ort, wo ich hingehen kann.» In ihre eindringliche Stimme mischen sich Trauer und Wut über die ausbleibende Unterstützung: «Wir haben nicht einmal ein Stück Brot erhalten. Es scheint, als ob man uns aufgegeben hätte. Sind wir denn keine Menschen?»

Akuter Mangel an Trinkwasser

Die ärmsten Hurrikan-Opfer leiden zunehmend unter einer Nahrungsmittel-Knappheit. Für viele wird es ein Kampf ums Überleben, um für sich und ihre Familie ein Stück Brot zu ergattern. Die Gefahr ist gross, dass diese Verzweiflung allmählich in Gewalt umschlägt. «Vor allem aber ist der Wassermangel derart akut, dass Betroffene sogar Meereswasser trinken, um nicht zu verdursten», schildert eine Ordensschwester die extreme Notlage. Zudem steigen die Corona-Fallzahlen rasant an, weil sich viele Obdachlosen im Freien nahekommen. Doch schwerwiegende Fälle können kaum behandelt werden, da das Krankenhaus in Puerto Cabezas ausser Betrieb ist.

CSI leistet Nothilfe

Die CSI-Partner in Puerto Cabezas haben schnell reagiert. Bereits nach dem ersten Hurrikan Eta haben sie über 1000 Menschen täglich mit Mahlzeiten versorgt und 40 Familien in ihrem Kloster untergebracht. Doch seit dem zweiten Wirbelsturm Iota ist die Not dramatisch angestiegen. CSI Schweiz stellt deshalb 20’000 Franken zur Verfügung. Damit werden die am schlimmsten betroffenen Opfer der Unwetterkatastrophe in Nicaragua mit dem Nötigsten versorgt.

Die Hurrikan-Opfer in Nicaragua danken Ihnen herzlich für einen Beitrag an die Nothilfe oder Unterkunft.

 Reto Baliarda

Quellen: csi, sda, fi, guardian

 

 

 

 

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