Jahresbericht

Die Jahresberichte bieten einen Überblick über die Projekte und Schwerpunkte von CSI. Sie geben Rechenschaft darüber, was CSI tut.

Das Jahr 2017 brachte viele Veränderungen und Herausforderungen für CSI. Die schwere Hungersnot in Ostafrika betraf auch das unmittelbare Einsatzgebiet von CSI im Südsudan, so dass die direkte Hungerhilfe einen wichtigen Schwerpunkt der Aktivitäten ausmachte. Dank vieler Spender, die sich dieser Not annahmen, und dank der guten lokalen Vernetzung konnte CSI schnell und zielgerichtet Hilfe leisten und so viele Menschen vor dem Hungertod bewahren.

Im Nahen Osten beendeten die militärischen Erfolge gegen den sogenannten Islamischen Staat im Irak und in Syrien die grausame Herrschaft dieser dschihadistischen Gruppierung. Doch für religiöse Minderheiten bleibt die Situation schwierig, vor allem im Irak, wo niemand bereit zu sein scheint, den Schutz für Christen und andere religiöse Minderheiten zu garantieren. Die Tatsache, dass unter dem Sammelbegriff Freie Syrische Armee andere Gruppen mit einer dschihadistischen Agenda im Syrischen Krieg weiterhin aktiv waren, blieb von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet; ebenso der Umstand, dass die USA ihre Politik des Regimewechsels in Syrien praktisch aufgaben und die militärische Unterstützung dieser Gruppen einstellten. Damit fiel ein wesentlicher Faktor, der den Krieg in Syrien befeuerte, weg und bei vielen religiösen Minderheiten wuchs die Hoffnung auf einen möglichen, wenn auch schwierigen Neuanfang. Vor allem im Kontakt mit den lokalen Kirchen sah CSI eine Möglichkeit, den Opfern von Gewalt und Vertreibung in Syrien weiterhin zur Seite zu stehen.

Mit Besorgnis beobachtete CSI ausserdem die zunehmende Bedrohungssituation für religiöse Minderheiten in asiatischen Staaten. Mehrere Nationen, wie Sri Lanka, Myanmar oder Nepal, scheinen dem Vorbild Indiens zu folgen und einen ausgrenzenden Nationalismus mit einer Mehrheitsreligion zu verbinden. In der Folge nimmt der Druck auf Angehörige religiöser Minderheiten dramatisch zu. Daneben wächst in Ländern wie in Indonesien, Bangladesch und Malaysia der Einfluss des extremen wahhabitischen Islams auf Politik und Gesellschaft. CSI sucht nach Wegen, auch in diesen Situationen zum Schutz für religiöse Minderheiten beizutragen.

Bei der praktischen Umsetzung bleibt die Verbindung von konkreter humanitärer Hilfe vor Ort und Menschenrechtsarbeit, im Sinne von Informationsverbreitung und politischer Interessensvertretung, das entscheidende Element der CSI-Arbeit.

Die folgenden Seiten zeigen auf, was vor allem die Menschen, die unsere Arbeit auf vielfältige Weise, nicht zuletzt durch finanzielle Unterstützung, mittragen, im letzten Jahr ermöglicht haben. Das Vertrauen, das hier in uns gesetzt wird, spornt uns an, gute Haushalter zu sein und die Mittel in bestmöglicher Weise für Opfer von religiöser Gewalt und Verfolgung einzusetzen. In diesem Sinne danken wir, im Namen von unzähligen Betroffenen, für alle kleinen und grossen Gaben, für Ihre Gebete und Ihr Mittragen.

Herbert Meier
Präsident des Stiftungsrates

Benjamin Doberstein
Vorsitzender der Geschäftsleitung

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Jahresbericht 2017

Swiss GAAP FER 21 2017