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200 Geiseln in der Gewalt der Islamisten

01. Juni 2017

Auf der südphilippinischen Insel Mindanao hatten islamistische Terroristen am 23. Mai 2017 die Stadt Marawi überfallen. Gegenwärtig haben sie noch über 200 Geiseln in ihrer Gewalt, darunter viele Frauen Kinder und auch einen Geistlichen. Über 170 Menschen sind seit Beginn der Unruhen gestorben.



In der vorwiegend von Muslimen bewohnten Stadt Marawi brachen am 23. Mai 2017 Unruhen aus, nachdem Polizisten und Soldaten den gesuchten Islamistenführer Isnilon Hapilon verhaften wollten. Als sie sein Versteck stürmten, gerieten sie in einen Kugelhagel, abgefeuert von militanten Anhängern. Hapilon konnte fliehen.

Viele Todesopfer

Nach offiziellen Angaben sind seitdem bereits 174 Menschen in Marawi umgebracht worden. Unter den Getöteten sind viele Islamisten, aber auch Sicherheitskräfte, Soldaten, und 19 Zivilisten.

Bei acht der 19 zivilen Todesopfer handelt es sich um christliche Tagelöhner, die laut Regierungsangaben auf der Flucht in die benachbarte Stadt Iligan waren. Sie wurden von Maute-Extremisten angehalten und aufgefordert, das muslimische Glaubensbekenntnis zu rezitieren. Da sie sich weigerten, wurden sie an einem Lastwagen gebunden, durch die Strasse geschleift und dabei erschossen.

Menschliche Schutzschilder

Etwa die Hälfte der 200‘000 Bewohner Marawis sind aus der Stadt geflohen. Unterdessen haben Regierungskräfte grosse Teile der Stadt von den Dschihadisten befreit. Dennoch halten über 50 Islamisten zusammen rund 200 Geiseln fest, darunter Frauen und Kinder sowie 15 Christen und den Pfarrer Teresito Suganob. Die Terroristen benutzen die Geiseln als menschliche Schutzschilder für ihre Flucht.

Der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, hat für die Region das Kriegsrecht ausgerufen. In einer Videobotschaft, die am 30. Mai auf Social Media verbreitet wurde, bittet Pfarrer Suganob Präsident Duterte, den Geiseln zuliebe die Luftangriffe auf Marawi einzustellen. Die Armee hat das Video als Islamisten-Propaganda abgekanzelt. Suganob sei zu dieser Aussage gezwungen worden.

Terrormiliz Maute

Bei der Maute-Gruppe handelt es sich um eine der jüngsten und bereits am meisten gefürchteten Terrormilizen im Süden der Philippinen. Maute machte im November 2016 erstmals auf sich aufmerksam, als sie in die Stadt Butig einfiel und auf dem Dach des Rathauses eine IS-ähnliche Flagge hisste (nach sieben Tagen konnte die Armee Butig zurückerobern). Generell wird die Maute-Gruppe in den Philippinen mit der Terrormiliz «Islamischer Staat» gleichgesetzt. Einige Mitglieder von Maute sind ehemalige Kämpfer der islamistischen Revolutionsgruppe «Islamische Befreiungsfront der Moros (MILF)», die mit der philippinischen Regierung Friedensverhandlungen aufgenommen hat.

Die Philippinen sind zwar ein mehrheitlich christliches Land mit einem Anteil von knapp 83 Prozent. Doch auf Mindanao, wo sich Marawi befindet, leben viele Muslime. Immer wieder brechen auf dieser Insel Kämpfe aus, weil Islamisten den unabhängigen, islamischen Staat Bangsamoro ausrufen wollen.

 

Reto Baliarda

Quellen: Morningstarnews, Worldwatchmonitor, Fides

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Pierre Marcel Vallon

05.06.2017 07:44

Nebst den Maute Terroristen sind seit Jahrzehnten auch die Abusayaf Banditen Moerder, Kidnapper und Terroristen, die westliche Geiseln enthaupten, wenn kein Loesegeld bezahlt wird. Sowohl die Maute- als auch die Abusayaf Killer und Monster bekennen sich inzwischen zum ISIS und es ist zu befuerchten, dass immer mehr muslimische ISIS Bekenner aus dem Nahen Osten und sogar Europa sich in die Philippinen einschleusen lassen, um auf der Insel Mindanao ein ISIS Kaliphat zu errichten. Was in Malawi passiert, ist nur der Anfang.


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