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Anna erkannte ihren Ehemann unter den Gefangenen

01. April 2021

Während des aserbaidschanischen Eroberungsfeldzugs musste die Familie Hovanian ihre Heimat Schuschi verlassen. Anna floh mit ihren Kindern nach Armenien, während ihr Mann Hayk an der Front kämpfte und in Kriegsgefangenschaft kam. Mittlerweile ist er frei. CSI unterstützt Flüchtlingsfamilien aus Berg-Karabach wie jene von Anna.



Anna Hovanian (Name geändert) lebte mit ihrer Familie in Schuschi, der zweitgrössten Stadt von Berg-Karabach. Als aserbaidschanische Streitkräfte in die Stadt eindrangen und sie eroberten, musste sie fliehen. Annas Mann Hayk (Name geändert) kämpfte an der Front für die Verteidigung seiner Heimat. Doch plötzlich hörte sie nichts mehr von ihm.

Schockierender Anblick

Schliesslich blieb Anna vor Schock beinahe der Atem stehen: Sie bekam ein Internet-Video zu sehen, in welchem ein aserbaidschanischer Soldat armenische Gefangene quält. Anna erkannte im Video, wie ihr Ehemann Hayk gefoltert wurde. Sogleich alarmierte sie das Internationale Rote Kreuz, das Hayks Freilassung erwirken konnte. Heute befindet sich Hayk in Armeniens Hauptstadt Eriwan, wo er ärztlich betreut wird. Er wird demächst wieder mit seiner Familie vereinigt werden.

Lebenswichtige Hilfe

Die Familie Hovanian ist eine von vielen vertriebenen christlichen Familien aus Schuschi und anderswo in Berg-Karabach, die von CSI via Partner in Armenien Hilfe erhalten haben. «Für viele Familien ist die Unterstützung, die wir dank Ihnen geleistet haben, überlebenswichtig», erklärt eine armenische CSI-Partnerorganisation.

Durch die Spenden kann CSI vertriebene Christen in Berg-Karabach und Armenien mit lebensnotwendiger Hilfe wie Nahrung, Kleidung, Brennholz und Medikamente versorgen. Die Hilfe von CSI hat auch einigen Geflüchteten ermöglicht, in ihre Heimat zurückzukehren und ihre vom Krieg beschädigten Häuser zu sanieren.

Überraschung für Kinder

Inmitten von so viel Leid ist es wichtig, gemeinsam fröhliche Momente zu erleben. In Stepanakert, der Hauptstadt von Berg-Karabach, veranstalteten unsere Partner am 6. Januar, dem armenischen Weihnachtstag, ein Fest. Fünfzig Kinder, von denen viele ihre Väter im Krieg verloren haben, bekamen zu ihrer grossen Freude ein Geschenk. Unsere Partner schreiben: «Viele Eltern betonen, dass dieses Weihnachtsfest für deren Kinder das erste positive Erlebnis seit Beginn des Krieges war.»

Die aserbaidschanischen Angriffe wurden von der Türkei unterstützt, die tausende von Dschihadisten aus Syrien nach Berg-Karabach sandte. Der Krieg hinterlässt viele Überlebende mit einer ungewissen Zukunft. Zehntausende armenische Christen sind weiterhin vertrieben. Hunderte werden immer noch in Aserbaidschan gefangen gehalten, darunter auch Zivilisten. CSI wird sich weiterhin für die Christen von Berg-Karabach einsetzen.

Joel Veldkamp

 

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