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Corona-Pandemie: CSI hilft den gefährdetsten Menschen im Irak

14. April 2020

Im Irak gilt seit dem 22. März 2020 der Lockdown, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Auch die CSI-Partner engagieren sich in der Prävention. Zudem leisten sie in der Hauptstadt Bagdad Nothilfe für 75 Familien, die wegen der Ausgangssperre kein Einkommen mehr haben.



Offiziellen Angaben zufolge haben sich bis zum 14. April 1400 Iraker mit dem Coronavirus infiziert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch um einiges höher sein. 78 Menschen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben.

Zudem gehört der Irak betreffend COVID-19-Pandemie zu den Ländern mit dem höchsten Gefahrenpotenzial in der Region. Dies vor allem wegen seiner Nähe zum Iran, der unter allen Nahost-Staaten von der Corona-Krise am schlimmsten betroffen ist. Kommt dazu, dass das irakische Gesundheitssystem nach jahrzehntelangen Konflikten fast zum Erliegen gekommen ist. Ärzte befürchten, dass sie bei einem raschen Anstieg von COVID-Erkrankungen hoffnungslos überfordert sein würden.

Stillstand des öffentlichen Lebens

Um eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus in Schach zu halten, hatte die irakische Regierung am 22. März einen landesweiten Lockdown beschlossen. Schulen, Universitäten, Kinos, aber auch Einkaufszentren, Restaurants und öffentliche Plätze wurden geschlossen. Nicht betroffen von der Schliessung sind Apotheken, Lebensmittelläden sowie Bäckereien und Tankstellen.

Internationale Flüge wurden bis auf Weiteres sistiert. Reisen zwischen den verschiedenen irakischen Provinzen sind untersagt.

CSI-Partner ergreifen Initiative

Die CSI-Partner vor Ort, die irakische Menschenrechts-Organisation Hammurabi, setzt sich seit dem Lockdown für die schwächsten Opfer der Corona-Krise ein. «Einen Tag nach dem Lockdown, am 23. März, haben wir mit der Nahrungsmittelverteilung für verarmte Menschen in Bagdad begonnen, die wegen der Ausgangssperre keine Arbeit mehr haben. Am 29. März konnten wir über 50 Nahrungsmittelpakete an Bedürftige aushändigen», erklärt CSI-Projektpartner William Warda am Telefon. «Viele Menschen, besonders Tagelöhner, leiden enorm unter den wirtschaftlichen Folgen der strikten Schutzmassnahmen», fügt er an. Insgesamt haben mittlerweile 75 Familien von Hammurabi Nahrungsmittelhilfe erhalten.

Häufige Ausgangssperren – Gefahr der Missachtung

Da es im Irak in den letzten, von Konflikten geprägten Jahrzehnten derart viele Ausgangssperren gab, hätten viele Einheimische den landesweiten Lockdown aufgrund der Corona-Krise nicht ernst genommen. Schiitische Heiligtümer hatten daher weiterhin regen Zulauf, wie Warda weiter ausführt.

Dieses Ignorieren der Epidemie-Gefahr hat Hammurabi dazu bewogen, eine Präventionskampagne über das Coronavirus zu lancieren und auf verschiedenen Internet-Plattformen und den sozialen Medien auf die wichtigsten Verhaltensregeln zum Schutz vor einer Ansteckung hinzuweisen.

CSI unterstützt die Lebensmittelverteilung und Aufklärungsarbeit von Hammurabi.

Morven McLean

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