• Syrien

Ganzheitlicher Beistand für Krebskranke

23. Juni 2020

Der Krieg in Syrien kennt nur Verlierer. Doch gewisse Menschen leiden besonders an den Folgen, so zum Beispiel diejenigen mit einer Krebserkrankung. Ein von CSI unterstütztes Projekt mit der Maronitischen Kirche schenkt Krebskranken Hilfe an Leib, Seele und Geist.



«Meine Geschichte mit dem Krebs nahm Ende 2009 ihren Anfang», schreibt der 37-jährige Abboud aus Aleppo in einem handschriftlichen Brief. Er ist einer von weit über 100 krebskranken Syrern, die seit 2017 von CSI unterstützt wurden.

Behandlung und Rückfall

Abboud hatte Schmerzen im linken Bein. Es folgten längere Abklärungen. Schliesslich wurde ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert.

Auf sechs Seiten erzählt uns Abboud seine Krankheitsgeschichte. Nach einer Chemotherapie schien der Krebs besiegt. Doch drei Jahre später erlitt Abboud einen Rückfall. Behandlung, vermeintliche Genesung, erneuter Rückfall. Diesmal war eine Knochenmark-Transplantation erforderlich, eine sehr teure Behandlung, die in Syrien nur in der Hauptstadt Damaskus durchgeführt werden kann. Auch CSI leistete einen Beitrag daran.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

«Gott sei Dank ist alles gut gegangen!», sagt mir unser Projektpartner, der das Hilfsprogramm für Krebskranke leitet. Ich treffe ihn Mitte September 2019 in Aleppo. Am Vortag war die Knochenmark-Transplantation bei Abboud erfolgreich durchgeführt worden.

Unser Partner gehört mit seinem Team zur Maronitischen Kirche, einer mit Rom unierten Ostkirche mit eigenem Patriarchen. Das Krebshilfe-Team leistet einerseits finanzielle Beiträge, andrerseits begleitet es die Krebskranken durch die schwierige Zeit hindurch und stellt sicher, dass sie von ihrem Umfeld aufgefangen werden.

«Manchmal werden solche Projekte zu einem rein finanziellen Unterfangen. Für uns steht jedoch der Mensch im Mittelpunkt», sagt unser Projektpartner. «Ich bin CSI sehr dankbar; Ihr versteht das und gebt uns das Vertrauen und die Freiheit, unsere Arbeit gut zu machen. Ich danke allen Spendern von ganzem Herzen für ihre Gaben und Gebete, mit denen sie die Patienten in ihrem Kampf gegen die Krankheit begleiten. Wir spüren wirklich, dass wir gemeinsam den Leib Christi bilden.»

«Hände des Himmels»

Einen weiteren Brief haben wir von S. erhalten, einer Ärztin um die siebzig. Im Brief schwärmt sie von ihrer Heimat vor dem Krieg: «Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Religionen, Sprachen und Traditionen lebten in gegenseitigem Respekt zusammen. Wer Syrien besuchte, war von unserem glücklichen Leben und unserer sozialen Harmonie geblendet.» Doch dann sei «das Böse» gekommen, «blinder Extremismus», und habe eine «rückständige Zeit, in der das Trennende regiert» zurückgebracht.

Damit nicht genug: Während ihr Mann – auch er Arzt – an einem Magentumor erkrankte, wurde bei ihr Eierstockkrebs diagnostiziert. Eine Operation mit anschliessender Chemotherapie war unumgänglich. S. ist überaus dankbar für die «Freundlichkeit und die materielle und moralische Hilfe»: «Sie sind die Hände des Himmels auf Erden.»

Nahost-Projektmanagerin Hélène Rey

Hier können Sie erkrankten Menschen im Nahen Osten helfen, vielen Dank!

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Projekt Syrien