• Türkei

Protest: Herr Erdogan, lassen Sie die letzten Christen in Ruhe!

24. Februar 2020

Vor dem Genozid im Osmanischen Reich vor rund hundert Jahren waren die Christen in der heutigen Türkei eine bedeutende Minderheit. Heute ist ihre Zahl verschwindend klein und sie werden von allen Seiten bedrängt.




Verlangen Sie von Präsident Erdogan Massnahmen zum Schutz der Christen

President
Recep Tayyip Erdoğan
Cumhurbaşkanlığı Külliyesi
06560 Beştepe-Ankara
Turkey

 

 

Dear President Erdogan,

I am deeply concerned about the recent arrests of three Christians in Tur Abdin: Syriac-Orthodox priest Sefer Aho Bileçen, Mukhtar Josef Yar, and Musa Taştekin. Although all three were released within a week there seems to be a pattern of detaining representatives of the remnant Christian community in southeastern Turkey on unfounded charges of terrorism and links to the PKK.

I urge you to take all necessary measures for the protection of Christians and other vulnerable minorities in Turkey

Ich bin zutiefst besorgt über die jüngsten Verhaftungen von drei Christen im Tur Abdin, dem syrisch-orthodoxen Priester Sefer Aho Bileçen, dem Dorfvorsteher Josef Yar und Musa Taştekin. Obwohl alle drei innerhalb einer Woche freigelassen wurden, scheint es ein Muster zu geben: Angehörige der übriggebliebenen christlichen Gemeinschaft im Südosten der Türkei werden unbegründet wegen angeblichem Terrorismus und Verbindungen zur PKK verhaftet.

Ich fordere Sie dringend auf, alle notwendigen Massnahmen zum Schutz der Christen und anderer gefährdeter Minderheiten in der Türkei zu ergreifen.

 


* obligatorische Angaben

Angehörige der alten christlichen Gemeinschaften in der Türkei sind heute in aller Welt zerstreut. Viele bleiben eng mit ihrer Heimat verbunden und fiebern mit, wie es mit der kleinen Zahl ihrer Glaubensgeschwister im alten christlichen Siedlungsgebiet Tur Abdin in der Südosttürkei weitergeht.

«Alarmierende Botschaft»

Anfang Januar 2020 ging einmal mehr ein Aufschrei durch die Diaspora. Auch CSI wurde zum Handeln aufgefordert.

Am 9. Januar verhafteten die türkischen Behörden den syrisch-orthodoxen Mönch Sefer Aho Bileçen, den Dorfvorsteher Josef Yar und Musa Taştekin. Sie gehören zu den wenigen Christen, die im Tur Abdin, einem jahrhundertealten Siedlungsgebiet der Christen, übriggeblieben sind.

Ein wichtiger Vertreter der Christen im Tur Abdin, Kuryakos Ergün, spricht von einer «alarmierenden Botschaft an die Christen»: «Dass die Behörden so weit gegangen sind, einen Mönch festzunehmen, ist zutiefst beunruhigend. Es ist ein sehr gefährlicher Präzedenzfall für die Zukunft.» Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Christen nach wenigen Tagen wieder freigelassen wurden.

Druckmittel Terrorismus-Anklage

Die türkischen Behörden werfen den drei Christen die Unterstützung der kurdischen Rebellenmiliz PKK vor, die seit Jahrzehnten im Konflikt mit der türkischen Regierung steht. Nach anfänglicher Annäherung geht die Erdogan-Regierung in den letzten Jahren mehr und mehr gegen die Kurden vor. Tausende Kurden wurden verhaftet, selbst Parlamentarier sind nicht sicher.

Die Christen im Tur Abdin befinden sich in einer überaus delikaten Lage. Es kommt vor, dass PKK-Kämpfer sie zwingen, ihnen zu essen oder eine Schlafmöglichkeit zu geben. Statt die Christen zu schützen, missbrauchen die türkischen Behörden diese Notlage, um die Christen mit haltlosen Anschuldigungen einzuschüchtern, gerade wenn sie politisch aktiv sind.

Adrian Hartmann/ assp

Ihr Kommentar zum Artikel

Katrin Triebe

06.03.2020 12:12

Christen in Ruhe lassen!!


Jörg Suter

06.03.2020 16:09

Manchmal bin ich in der Versuchung diesen notvollen Informationen auszuweichen. Es beschwert mich immer wieder zu hören, dass Christen verfolgt werden und wegen ihres Glaubens leiden müssen. Müssen wir uns aber nicht viel eher entscheiden bewusst hinzusehen und zu beten und sich vorbereiten zu lassen, auch zu leiden?! In keiner Situation ist Verdrängung eine Hilfe zur Lösung. "Jesus richtete sein Angesicht fest nach Jerusalem." Luk. 9,51 Gott helfe uns eine feste innere Haltung des Glaubens zu haben. Diese brauchen wir um auch unser Ziel zu erreichen.


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