Hilfe für hungernde Menschen

03. November 2017

In den Slums von Nicaragua leiden viele Menschen an Hunger und Verwahrlosung. Die Karmeliterschwestern leben mitten im Slumgebiet und sind für viele ein Lichtblick in dieser uns oft unbekannten Not.



Man sieht es nicht auf den ersten Blick. Es sind nicht abgemagerte Gestalten, die wir in den Slums antreffen. So, wie wir sie aus Afrika kennen. Denn die Menschen in Nicaragua sind eher klein und stämmig gebaut. Deshalb kommt man nicht so ohne weiteres darauf, dass die Slumbewohner nicht nur unter der omnipräsenten Gewalt, Korruption und Armut leiden, sondern besonders auch an Hunger.

Mitten drin

Die Karmeliterschwestern sind in den Slumgebieten verschiedener Städte bekannt. Sie wohnen mitten im Elend, Schulter an Schulter, mit den Slumbewohnern. Sie sind sehr beliebt und werden von den meisten respektiert. Auf die Frage, ob sie jemals angegriffen worden sind, antwortete Schwester Guadalupe, unsere Projektpartnerin: «Bei uns im Konvent wurde schon einige Male eingebrochen. Da geht es hauptsächlich darum, Wertgegenstände zu stehlen, um diese wieder verkaufen zu können. Doch bei uns gibt es ja nicht viel zu holen. Aber uns selber haben sie noch nie etwas angetan. Dennoch braucht es oft viel Mut, in den gefährlichen Gebieten die verwahrlosten Menschen zu besuchen. Man weiss nie, wie Leute in ihrem Rausch von Drogen oder Alkohol reagieren. Aber grundsätzlich zeigen die Slumbewohner viel Respekt, wenn sie uns begegnen, sogar die gefährlichen Gangmitglieder. Denn sie wissen alle, dass wir kommen, um Gutes zu tun».

Regelmässige Mahlzeiten

Der Hunger unter den Slumbewohnern ist ein grosses Problem, besonders bei Kindern und älteren Menschen. Deshalb haben unsere Partner angefragt, ob wir den Bau eines Saals in Puerto Cabezas mitfinanzieren könnten. So hätten die Karmeliterschwestern die Räumlichkeit, um in den besonders armen Quartieren dieser im Nordosten gelegenen Stadt Essen anzubieten. Dank grosszügigen Spenden war es möglich, diesem Wunsch entgegenzukommen. Ende Jahr sollte der Raum fertig stehen, um über 100 Personen im Slumgebiet mit regelmässigen Mahlzeiten zu versorgen. Dabei ist die Möglichkeit, mit den Slumbewohnern in Kontakt zu kommen, von sehr grosser Bedeutung. «Wir können es kaum fassen, dass wir bald so vielen Leuten regelmässiges Essen anbieten können. Das ist wunderbar, denn die Hilfe ist bitter nötig. Wir sind unendlich dankbar», so Schwester Guadalupe.

Inés Wertgen, Projektleiterin Nicaragua

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Projekt Nicaragua