• Türkei

Pastor Brunson in Hausarrest entlassen

20. August 2018

Erleichterung für Pastor Andrew Brunson: Nach über 600 Tagen im Gefängnis wurde er am 25. Juli 2018  wegen seines gesundheitlichen Zustands in den Hausarrest entlassen. Er darf das Land nicht verlassen und muss am 12. Oktober erneut vor Gericht erscheinen. Die USA fordern Brunsons unverzügliche Freilassung.



Andrew Craig Brunson war 23 Jahre lang Leiter der evangelischen Auferstehungskirche in Izmir. Am 7. Oktober 2016 wird er zusammen mit seiner Ehefrau Norine von der türkischen Einwanderungsbehörde einbestellt. Das Paar müsse die Türkei verlassen, weil es vom Ausland Mittel für missionarische Aktivitäten erhalten hätte. Am 20. Oktober wird Norine entlassen, während Andrew bis zum Gerichtstermin vom 9. Dezember 2016 im Gefängnis bleibt.

An diesem Tag fällen die Richter den Entscheid, Brunson auf unbestimmte Zeit zu inhaftieren. Er wird beschuldigt, die kurdische Arbeiterpartei PKK sowie die Bewegung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen zu unterstützen, den die türkische Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht.

Am 28. September 2017 verkündet der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der evangelische Pfarrer werde freigelassen, wenn die USA Gülen der Türkei überstellen würden.

Wieder mit Norine vereint

Nach über 600 Tagen Haft wird Pastor Andrew am 25. Juli 2018 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt. Nach fast zweijähriger Trennung ist er endlich wieder mit Norine vereint. Er steht jedoch unter strenger Kontrolle und darf sein Haus nicht verlassen. Am 12. Oktober muss er erneut vor Gericht erscheinen. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von 35 Jahren. Andrew Brunson selbst weist sämtliche Vorwürfe gegen ihn von sich.

Während der gerichtlichen Anhörung vom 18. Juli 2018 sagen ehemalige Mitglieder von Brunsons  Kirchgemeinde gegen den Angeklagten aus. Es ist davon auszugehen, dass diese Leute unter Druck gesetzt wurden. Denn es ist offensichtlich, dass Brunson von der türkischen Regierung als Geisel missbraucht wird, um die Auslieferung von Gülen zu erzwingen. Wir riefen im Juni 2018 zur Protestkartenaktion an den türkischen Botschafter auf und fordern weiterhin, dass die türkische Regierung die fabrizierten Anklagepunkte gegen Brunson fallenlässt. CSI bittet zudem um Gebet für Pastor Andrew und seine Angehörigen.

Streit zwischen der USA und der Türkei

Selbst US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence haben sich zum Fall geäussert. Wie CSI fordern sie die bedingungslose Freilassung von Andrew Brunson. Sie verhängten Sanktionen und Strafzölle, was viel zur Entwertung der türkischen Lira beigetragen hat. Die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind durch den Fall Brunson an einen Tiefpunkt gelangt.

Reto Baliarda

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