• Tadschikistan

Pastor Bakhrom ist frei

20. Dezember 2019

Der protestantische Pastor Bakhrom Kholmatov konnte das Gefängnis in Tadschikistan drei Monate vor Ende seiner Haftzeit verlassen. Wegen Anstiftung zu religiösem Hass war er zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.



Gross war die Freude bei Pastor Bakhrom, als er am 17. Dezember 2019 nach über zweieinhalb Jahren Inhaftierung freigelassen wurde: «Ich möchte all jenen Menschen meinen unendlichen Dank aussprechen, die für mich, meine Familie und meine Kirche gebetet haben. Ich habe die Gebete während meiner ganzen Zeit im Gefängnis gespürt. Sie haben uns durch die schwere Zeit getragen.»

Tadschikische Behörden drohten

Bei einer Razzia im April 2017 war der dreifache Vater in seiner Kirche in der Stadt Khujand verhaftet worden. Die Sicherheitsleute waren dabei mit äusserster Härte vorgegangen und hatten unter anderem den Computer des Pastors beschlagnahmt. Die Durchsuchung hatte stattgefunden, obwohl Kholmatovs Kirche «Gute Nachricht der Gnade» beim Staatlichen Komitee für Religiöse Angelegenheiten registriert und somit offiziell zugelassen ist.

Im Juli 2017 wurde der Pastor zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Gemäss dem Nachrichtenportal «Forum 18» drohten die tadschikischen Behörden Kholmatovs Familie und Freunde mit Konsequenzen, falls sie Details über den Fall bekanntmachen würden. Dennoch sickerte durch, dass Kholmatov wegen «Anstiftung zu nationalem, ethnischem, herkunftsbezogenem und religiösem Hass» gemäss Art. 189 Abs. 1 des tadschikischen Strafgesetzes verurteilt wurde.

Loblieder mit extremistischem Inhalt?

Die Geheimpolizei habe zudem geltend gemacht, dass sie auf Kholmatovs beschlagnahmten Computer Lieder mit gefährlichem Inhalt gefunden hätte. Diese Songs enthielten Textabschnitte wie «Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut» oder «Gottes Armee geht voran». Auch ein Buch mit dem Titel «Mehr als ein Zimmermann», das die Sicherheitsleute bei ihrer Razzia aus der Kirche entwendet hatten, wurde als extremistisch eingestuft.

Kholmatov verbrachte seine nahezu dreijährige Haft in einem Gefängnis in der südwestlichen Region Khatlon, 360 Kilometer von seinem Wohnort entfernt. Zu seiner Verurteilung äussert sich Mukhsin Mirkamolov, administrativer Verantwortlicher für religiöse Angelegenheiten in Khujand, wie folgt: «Der Beschluss des Gerichts hat nichts damit zu tun, dass er Christ ist. In Tadschikistan sind alle Religionen gleichwertig. Doch er hat das Gesetz übertreten und wurde dafür verurteilt.»

Kholmatov hatte das Gerichtsurteil in zweiter Instanz akzeptiert. Nun wurde er drei Monate vor dem Ende seiner Haftstrafe freigelassen.

Reto Baliarda

Quellen: f18, wwm

 

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