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Strahlende Gesichter nach Neuanfang

15. Januar 2015

Ein CSI-Team bereiste Ende 2014 Indien und besuchte Opfer der Gewaltwelle von 2008. Von den 50’000 Flüchtlingen, denen alles geraubt und verbrannt wurde, können sich immer mehr dank Starthilfe eine neue Existenz aufbauen.



Bevor wir ins Dorf kommen, werden die beiden Autos, mit denen wir unterwegs sind, angehalten. Das halbe Dorf wartet am Dorfrand, um uns freudig willkommen zu heissen! Mit Rasseln, Trommeln und Gesang führen sie uns in ihre Kirche. Hier werden wir mit Blumenketten über und über behängt.

Die Leute setzen sich auf den Boden, der Ortspfarrer hält eine kurze Dankesrede. Darauf spricht unser Projektpartner Dr. Pran Parichha, der kürzlich zum Bischof der Community Church of India für den Bundesstaat Odisha geweiht wurde. Schliesslich richten auch wir ein paar wertschätzende, ermutigende Worte an die Versammelten.

2008 nicht überwunden

Wir befinden uns im Dorf M. im Distrikt Kandhamal, Bundesstaat Odisha. Die Anwesenden haben allesamt die Attacke der Hinduextremisten überlebt, die im August 2008 während Tagen von Christen bewohnte Dörfer ausgeraubt und niedergebrannt hatten. Es gab etwa 100 Tote, über 50’000 Christen wurden obdachlos und ihres ganzen Hab und Guts beraubt. Bis heute haben immer noch nicht alle zu einem normalen Leben zurückgefunden. In den Dörfern sind viele mangelernährt, die Kindersterblichkeit liegt bei etwa 25%. Manche sind bis heute verschuldet, weil sie von niemandem Hilfe bekamen.

Wieder selbstständig

Pradeeb (Name geändert) erzählt, was er erlebt hat und was die CSI-Hilfe in seinem Leben bewirkt hat. Er hat bei der Gewaltwelle von 2008 alles verloren und kämpfte seither ums Überleben. Im Juni 2014 wurde ihm angeboten, beim Landwirtschaftsprojekt mitzuhelfen, was er dankbar annahm. «Ich bin sehr erleichtert, dass ich hier mitarbeiten darf und danke herzlich, dass Sie uns durch alle Schwierigkeiten hindurchgeholfen haben.»

Stolz überreicht uns ein Dorfbewohner frisch geernteten Kohl. Dann besichtigen wir mit den glücklichen Dorfbewohnern ihre Felder und lernen dabei auch noch Pradeebs Frau und seinen Sohn kennen. Wo wir auch hinblicken, überall glückliche Gesichter. Kohl- und Reisfelder lassen auch die bedrängten Christen aufblühen. Herzlich Dank für Ihre Hilfe, die einen solchen Neuanfang erst möglich macht. 

Adrian Hartmann


Landwirtschaftsprojekt

Kandhamal ist so fruchtbar, dass viermal jährlich geerntet werden kann. Wir stellen den Hilfsbedürftigen das erste Saatgut und die nötigen Werkzeuge zur Verfügung. Ein Teil der Ernte wird verkauft, um neues Saatgut zu kaufen. Was übrig bleibt, kann für Infrastrukturprojekte eingesetzt werden. Vom Landwirtschaftsprojekt profitieren bisher 250 Familien.

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