Teenagern Hoffnung und Perspektiven schenken

10. August 2015

Die CSI-Partnerorganisation Intsol arbeitet seit über 20 Jahren in zwei Slumgebieten rund um Lima. Zu Beginn fehlte es an allem, häufig auch am Verantwortungsgefühl vieler Eltern. Die Geschichte von Katherine Peralta (17) zeigt aber, dass selbst in prekären Situationen Veränderung möglich ist.



Katherine wuchs in einem sehr schwierigen Umfeld auf. Ihre Eltern trennten sich, als sie noch ein Baby war. Bald musste die Mutter arbeiten gehen. Sie liess Katherine jeweils bei der Grossmutter. Später hatte die Mutter einen neuen Freund, und aus dieser Beziehung entstanden drei weitere Kinder.

Grossmutter schlug sie

Als Katherine mit 15 in die Sekundarschule kam, schob ihre Mutter sie definitiv zu ihrer Grossmutter ab. Diese behandelte sie herzlos und schlug sie, sobald sie sich nicht «richtig» verhielt. In ihrer ganzen Kindheit litt Katherine unter der Ablehnung und Trennung von ihrer Mutter. Hinzu kam das völlig unzuverlässige Verhalten des Vaters. Dieser war in all den Jahren kaum existent.

Vertrauen gewonnen

Als anfangs 2013 Intsol das zweijährige Programm an der Aichi-Nagoya Schule begann, trafen sie auf Katherine. Die Mitarbeiter berichteten: «Sie war ein sehr trauriges, verbittertes und gehässiges Teenagermädchen. Man merkte ihr deutlich an, dass sie unglücklich und verletzt war. Sie war zudem krampfhaft ehrgeizig und hatte keine Freunde. Mit ihrer unfreundlichen Art machte sie sich sehr unbeliebt. Sie fühlte sich sehr einsam. Zu Hause wollte man sie nicht mehr, in der Schule mieden die Schüler den Kontakt zu ihr.»
Doch nachdem das Programm angelaufen war, beteiligte sich Katherine immer mehr an den Seminaren und Gesprächen. Anfänglich noch zögernd, entwickelte sie zusehends das Vertrauen zu den Intsol-Mitarbeitern. «Es war wirklich erfreulich zu sehen, wie sich das Verhalten und der Gesichtsausdruck von Katherine langsam aber sicher veränderten. Sie fing an, auf andere Schüler zuzugehen, beteiligte sich mit grossem Interesse an den verschiedenen Aktivitäten und wurde ein richtiger Teamplayer.»
Heute ist Katherine eine gern gesehene junge Frau, die sich in verschiedenen sozialen Institutionen engagiert und gleichzeitig eine kaufmännische Ausbildung absolviert, um bald ihr eigenes Geld verdienen zu können. «Dank dem Team von Intsol habe ich neue Freude am Leben bekommen, habe meine Verletzungen und meine tiefe Trauer verarbeiten können und sehr gute Tipps für mein Verhalten gegenüber anderen erhalten. Ich habe neue Perspektiven bekommen. Mein Leben hat sich enorm verbessert», so Katherine.
Projektleiterin Inés Wertgen


Lehrer und Eltern gefordert

Eines der Projekte von Intsol kommt in zwei Schulen zum Tragen. Diese sind häufig überfüllt mit Schülern, was die Lehrer überfordert und die Motivation allerseits beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass viele Schüler zuhause vernachlässigt und auch misshandelt werden. Die Notwendigkeit an Veränderung in der Einstellung und im Bewusstsein der Eltern ist gross.
Zuallererst müssen jedoch der Schulleiter und das Leitergremium verstehen, was für ein Mangel an schulischem und didaktischem Niveau in ihren Schulen besteht. Nicht alle Schulleiter sind begeistert von der Idee, dass ein zweijähriges Programm an ihren Schulen durchgeführt werden soll. Es erfordert Flexibilität, Veränderung der festgefahrenen Strukturen und die Bereitschaft, sich auf neue Wege einzulassen. Ist einmal das OK der Schulleitung gegeben, werden Lehrer und Schüler in ein zweijähriges Programm integriert. Mit verschiedenen Schulungen und Aktivitäten wird am Potenzial von allen gearbeitet.
Auch die Eltern spielen eine wichtige Rolle. Sie werden durch weitere Anlässe in das Programm mit einbezogen. Spezifische Elternthemen werden behandelt, aber auch Aktivitäten zusammen mit ihren Kindern werden gefördert. Es ist überaus wichtig, dass sich die Eltern ihrer Verantwortung bewusst werden. Es hängt sehr viel von ihrem Verhalten ab, ob die Kinder bereit und fähig sind, sich schrittweise zu ändern.

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